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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1899-01-01 · [22.] für das Schlujahr 1898-1899 (1899) · p. Seite 120

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[22.] für das Schlujahr 1898-1899 (1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 120 (sequence 125)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122094--3621-3124725
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Existenz. Sehnsucht ist es, was die Welten und Alles was sie füllt, dürchfluthet, die Quelle aller Bewegung, der Ursprung des unaufhaltsamen Werdegangs, den die Schöpfung aufweist, die Unruhe in der Weltenuhr, der Athem des Alls, die Seele seines Gefüges. Dieses unablässige Hervorströmen des Seins aus seinem geheimen Urgründe, dieses von unaufhaltsamer Sehnsucht getriebene Hindrängen der schattenhaften Materie zur belebenden Wirklichkeit und Dasein spendenden Form ist die eigentliche Schöpferthätigkeit Gottes, von der wir allein sprechen dürfen. So ist aber auch diese Unrast, diese stete Sehnsucht und Bewegung des Alls das Siegel und Zeichen ihrer Abhängigkeit vom Schöpfer, die Spur seiner Herrschaft und Herrlichkeit die allem Seienden aufgeprägt ist. In diesem Sinne mag der Prophet (Jes. 43, 7) den Schöpfer haben sprechen lassen i1) ״Alles, was sich nach meinem Namen nennt, zu meiner Verherrlichung habe ich es geschaffen, geformt und auch gebildet.“ Die Schwierigkeit der Vorstellung des Schöpfungs- Werkes, die den Schöpfer in das Geschöpfliche herabzuziehen droht, Unruhe und Bewegung in den Gottesbegriff hineinzutragen scheint, ist so mit schonender Hand hinweggeräumt. Verschleiernd und enthüllend zugleich das Durchdenken und die Ausführung der Antwort dem Fragenden überlassend, antwortet Salomon Ibn Gabirol auf den Kern der Frage, wie wir Gottes Wirksamkeit uns vorstellen sollen, nur scheinbar gar nicht, da in der Lehre von dem wahren Werden der Welt, das wir ihn vortragen sehen, für die vergröberte Vorstellung von einem Schaffen Gottes, einem in sich selbst bewegten Beweger, kein Raum übrig ist. Abraham Ibn Daüd hat daher mit voller Erkenntniss für den wahren Sinn des Gedichtes gleichsam das Herzstück herausgehoben, um in der darin veranschaulichten Unbewegtheit der Quelle, aller Bewegung ein Bild der Ruhe der .‘Sphärenlenker innerhalb der in Sehnsucht nach dem!) Der Ausdruck ידמו spielt auf Hos. 12, 11 an. .

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