Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [22.] für das Schlujahr 1898-1899 (1899)
- Date
- 1899-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 64)
- Language
- German
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6. Schemtob Ihn Falaquera als Uebersetzer deif Fragmente der ״fünf Substanzen.“ Wann und von wem ist das Buch der ״fünf Substanzen“ ins Hebräische übersetzt worden? \ Haben wir über haupt ein Recht, eine Uebertragung des ganzen Buches anzunehmen und sind nicht vielmehr die Fragmente, die hier vorgelegt erscheinen, das Einzige, was in der Form als Lesefrüchten aus dem Werke acceptirt und hebräisch wiedergegeben wurde? Etchanan b. Abraham, dem Senior S a ch s die Uebersetzung des Buches aus dem Arabischen zuschrieb,1) sagt uns mit keinem Worte, dass die Uebertragung der von ihm seinem Jesod Olam einverleibten« Fragmente von ihm selber herrühre. Schon die Art und; Weise der Mittheilung dieser Auszüge, die Wiederholüngen derselben Stücke nicht, vermeidet, deutet darauf hin, dass sie von Elchaiian nicht selbstständig bearbeitet, sondern aus einer fertigen Uebertragung einfach ausgehoben wurden. Eine * aufmerksame Betrachtung der Sprache unserer Fragmente , leitet denn auch, in der That auf eine andere Fährte, die sich als die richtige erweisen dürfte. Die Aehnlichkeit : der Sprache in Ibn Falaquera’s Excerpten aus der ״Lebensquelle44 und.in den Fragmenten der ״fünf Substanzen44 drängt sich dem prüfenden Blicke so unabweisbar auf, dass eine Beziehung zwischen beiden von vornherein als sicher gelten muss. Schemtob Ibn Falaquera ist ein so vielgewandt er, von zahlreichen selbständigen Uebertragungen kleinerer und grösserer philosophischer-Fragmente her bekannter Uebersetzer von so ausgeprägter Eigenart2), dass bei der Beantwortung der Frage nach dem Verhältnisse der beiden Arbeiten er nur alß der Benutzte, nicht als Benutzer, als Quelle, nicht als Ausfluss gelten kann. Wer immer die ״fünf Substanzen44 übersetzt hat, muss in der Schule Ibn Falaquera’s an der Uebersetzersprache seiner!) S. oben p. 18 n. 1. . . 2) Vgl. Z u n z, Ges. Schriften III, 277 ff. S t e i n s c h n e i d e r, Die Hebr. XJebersetzungen § 2 u. 12.