Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 180)
- Language
- German
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Die hebräische Sprache. Die hebräische Sprache verdient ihre Benennung ״heilige Sprache1״), weil in ihr für solche Dinge, von denen es sich zu reden nicht schickt, keine unmittelbaren Ausdrücke gebildet sind, sondern jene Dinge durch metaphorisehe Bezeichnungen oder Andeutungen umschrieben werden2). Yon der hebräischen Sprache, wie sie in der biblischen Zeit lebte, ist uns jetzt nur ein geringer Theil bekannt.3) Die Mischna enthält sehr viele, dem althebräischen Wortschätze gehörige Wörter.4) Der Verfasser der Mischna, R. in erster Reihe die Poesien und Erzählungen der alten Araber. Dieselben erwähnt er auch III, 39 (s. oben S. 108, A. 2). S. auch oben S. 1. M.’s sonstige Mahnungen gegen den Missbrauch der Sprache s. bei Rosin, Die Ethik des Maimonides, S. 128 ff. *) Arabisch אללילה אלמקדסה, S. H. Einl. p. 2. Z. 9. 2) III, 8. Ende, mit Beispielen beleuchtet M. bemerkt, dass auch שגל (Deut. 28, 30, Sach. 14, 2) nicht die directe Bezeichnung der obscönen Handlung sei, sondern Denominativum zu שגל (Ps. 45, 10). Letzteres Wort aber ist Benennung der Concubine (.אלגאריה אלמעתאדד ללנכאה, ebenso Ib n E sra zu Ps. 45 : המוכנת העתידה למשכב); das Verbum bedeutet also: zur Concubine machen —Nachmani zu Exod. 30, 31 bekämpft Maimüni’s Ansicht mit treffenden Gründen. S. auch das Schlusscapitel von Profiat Dura ns (Efodi’s) Grammatik (מעשה אפד). 3) 1, 61, z. A.: אללגה אלתי לים ענדנא אליום מנהא אלא אנזר שי. S. auch S. H. Einl. an der oben S. 7, A. 6 citirten Stelle. lieber die seit Me nach em b. Sarük oft wiederholte Behauptung vom verlorenen Reichthum der hebräischen Sprache s. mein: Abraham Ibn Esra als Gramm., S. 33, A. 2, Cassel zu seiner Ausgabe des Kusari, S. 169 (was dort Cassel nach Efodi, Grammatik p. 42, im Namen Menachem’s anführt, gehört dessen Schülern an; s. Liber responsionum, ed. Stern, p. 27 f.). Yon der alten, verlorenen Litteratur Israels spricht M. in einem Responsum (Kobez I, 3 a): sie war nicht mit den geheiligten Schrift- Zeichen der Bibel (כתב אשורית), sondern mit der profanen Schrift (כתב עברי) geschrieben, welche man noch auf den Schekelmünzen finde: והיו כתביהם וחיבורי הכמותיהם וכתב חול שלהם בכתב עברי. M. erwähnt daselbst auch Steininschriften in כתב עברי. 4) Sehr oft bezeichnet M. in seinem Mischnacommentare mit מלה עברית =) לפטה עבראניה) oder גשם עברי) אסם עבראני u. dgl. ein Mischnawort als biblisch, wobei er in der Regel auch eine biblische Belegstelle anführt. In מלה עברית צחה, C. M. Sabbath 1,4 Ende (לבקר) ist צחה Zusatz des hebr. Uebersetzers, ebenso ממש in לשון עברי ממש