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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 143

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 143)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122084--3114-3124523
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128 Zum Buche Hiob. Seele Hiobs, das den Leib im Tode Ueberdauernde, hat der Satan keine Gewalt (2, 6). Was die Beden Hiobs und seiner Freunde betrifft, so stimmen sie alle in zwei Voraussetzungen überein: 1. Gott kannte die Leiden Hiobs, und er hat sie über ihn verhängt. 2. Gott darf nicht der Gewalt geziehen, es darf ihm keine Ungerechtigkeit zugeschrieben werden. Selbst Hiob wiederholt das fortwährend. Man bekömmt überhaupt den Eindruck, als ob die fünf Personen (Elibu mitinbegriffen) vielfach dasselbe sagen, dass dieselben Gedanken sich wiederholen und ineinandergreifen. Eine Unterbrechung des gemeinsamen Gedankenganges bildet bei Hiob die Schilderung seiner Schmerzen und Leiden und die Schilderung seiner eigenen edlen Sitten und guten Handlungen; bei den Freunden kommen Ermahnungen zur Geduld hinzu, Tröstungen und der Hinweis auf die Pflicht, Gottes Fügung schweigend zu ertragen. Hiobs Freunde stimmen in der Meinung überein, dass Jeder, wer Gutes thut, belohnt, wer Böses thut, bestraft wird. Die Verschiedenheit der Meinungen zwischen ihnen und Hiob betrifft den besonderen Fall Hiobs, in welchem den vollkommensten und rechtschaffensten Mann das grösste und entsetzlichste Unglück getroffen hat. Hiob hegt die Ansicht, dass Gott die Menschheit sich selbst überlässt und Fromme und Frevler ihm gleich gelten (9, 22—231); 21, 23—26). Zum Beweise dafür schildert er besonders ausführlich das Glück der Bösen (21, 6-8). Auch nach dem Tode habe der Mensch nichts zu hoffen. Gott habe den Menschen, nachdem er ihn erschaffen (10, 10 ff.), keinerlei Fürsorge und Leitung zugewendet. Die tadelnsw^erthen Aeusserungen Hiobs, welche einer bestimmten Ansicht über die Vorsehung2) entsprechen, werden mit den Worten!) Y011 9, 23 giebt M. eine Uebersetzung folgenden Inhaltes: ״Wenn die Eluth (שרט) plötzlich kömmt und Jeden tödtet und hinwegrafft, den sie trifft, dann verspottet er das Leiden (eig. die Prüfung) der Unschuldigen. Die Uebers. der Worte למסת נקיים mit למחנה אלאבריא gehört Ab ul w all d an (Art. נסה Anf.) -) Es ist die zweite der in M. N. III, 17 dargelegten Ad sichten. S. oben S. 89.

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