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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 142

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 142)
Language
German
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IRI
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127 Znm Buche Hiob. Ordnung knüpfen1) und durch welche grosse Schwierigkeiten aufgehellt, die höchste Wahrheit dargethan werden sollen. Schon im ersten Yerse (1, 1) enthält das Woit עוץ, das allerdings zunächst als Eigenname zu betrachten ist2), die Mahnung, die Erzählung wohl zu überlegen (עוץ sing, zu עוצו, Jes. 8, 10), über sie nachzudenken, ihren Sinn zu ergründen. Der ״Satan“3) gehört, nicht zu den ״Söhnen Gottes“ : er kommt nur gelegentlich ״unter ihnen“ (1, 6; 2, 1), wie Jemand, der nicht um seiner selbst willen erscheint. Der Satan hat denn auch in der höheren Welt nichts zu thim, er ״streift und wandelt auf Erden umher“ (1, 7; 2, 1). Der Satan ist der Bewirker von Hiobs Unglück und Leiden (1, 12 und 2,6); aber Hiob und seine Freunde meinen, dass Gott selbst sie gewirkt hat. Uebrigens ist Hiob nur fromm und sittlich vollkommen; intellectuell steht er nicht auf der höchsten Stufe (er wird nicht מבין ,חכם oder משכיל genannt), sonst würde ihm sein Schicksal nicht unbegreiflich sein. Hiobs Heimsuchungen bilden eine Stufenfolge gesteigerter und immer schwerer zu ertragender Leiden und Verluste. Mit 1 ,2; 6 ,1) להוציצב על ה׳) ist gesagt, dass die ״Söhne Gottes“ existiren, dem göttlichen Willen unterworfen (vgl. Sach. 6, 5). Vom Satan wird dasselbe nur einmal ausgesagt (1, 6), weil er zwar auch Antheil am Sein hat, aber unter Jenen und im Bange von ihnen verschieden4). Ueber die 1) Hebräisch ausgedrückt mit den aus dem Talmud genommenen Worten: דברים שד,ם כבשונו של עולם. 2) אסם שבץ את עוץ בכורו (Gen. 22, 21). So auch Saadja und die von I b n E s r a an erster Stelle gebrachte Erklärung. 3) In der Deutung des Prologs erklärt M. den Satan für eine Allegorie der sublunaren Materie, der Quelle der irdischen Uebel. Die ״Söhne Gottes״ sind die ״Engel״, die geistigen Wesen der höheren Welt. Seine Auffassung vom Satan findet M. in dem bekannten Aus- Spruche Simon b. Lakisch’s (oben S. 14) ausgesprochen, wonach Satan mit dem bösen Triebe und mit dem Todesengel identisch ist: die Materie ist die Quelle der Sinnenlust, der bösen Neigungen und damit des Verderbens. Auf Grund dieses Satzes erklärt dann M. auch שטן in I Chr. 21, 1, Sach. 3, 2, Num. 22, 32. 4) Die Materie dient zwar auch dem Willen des Schöpfers, aber an Festigkeit und Dauer steht sie tief unter der Welt der oberen Sphären.

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