Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 139

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 139)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3122061-3122084--3110-3124519
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

124 Zu Ezechiel 1. 1, 5. Die vier Chajjoth haben alle ״Menschenähnlichkeit“, auch im Gesichte; nur zeigen die Gesichter — wie das auch bei Menschen vorzukommen pflegt — Aehnlichkeit mit den in V. 10 genannten Thieren. Auch die Vertretung von שור in 1, 10 durch כרוב in 10, 14 beweist dies; denn die Cherubim werden mit menschlichem Antlitz vorgestellt1). Die ״Menschenhände״ (V. 8) deuten auf Thätigkeit hin; denn die Hand des Menschen ist zur Ausführung von Kunstarbeiten geformt2). — רוח, V. 12, bed. die göttliche Absicht, welche den Bewegungen der Chajjoth ihre Richtung giebt. — Die in V. 16 genannten vier Ophannim sind nichts anderes als die vier Gesichter des einen Ophan in Y. 153). — עינים, Y. 18, bed. entweder Augen, oder Farben (wie in Num. 11, 7), oder Aehnlichkeiten, Bilder (wie im Mischnaausdruck כעין) oder endlich Zustände, verschiedene I, 8 in Betracht ziehen (s. oben S. 122) ״Himmel“ bedeutet die höhere Welt der Sphären, und in diese bekam, nach M.’s Auffassung, der Prophete in der Vision vom Gotteswagen einen Einblick, sie ״eröffnete sich“ ihm. Unrichtigerklärt Munk (p. 36, u. 2), hierin Ephodi folgend, die Worte seien insoferne der Schlüssel des Ganzen, als aus ihnen am deutlichsten das Ganze als Vision zu erkennen sei. Aber dass es eine Vision sei, beweist Maimüni selbst unmittelbar darauf aus den Worten ,ותהי עליו שם יד ה. 0 III, 1. M. citirt noch die Etymologie von כרבי א כרוב (wie ein Jüngling) aus Chagiga 13b. Die vier Chajjoth bedeuten nach M. die vier Sphären der Sternenwelt, die er II, 9 Ende annimmt: die des Mondes, der Sonne, der Planeten, der Eixsterne. Die »Menschenähnlichkeit“, die M. für alle gleichmässig mit Nachdruck hervorhebt, deutet auf die Beseeltheit der Sphären hin (s. M u 11 k p. 7 f). — Eine Andeutung davon, was die ״vier Flügel“ seien (V. 6), giebt M. in I, 49 Ende: ihre Zahl entspricht den vier Ursachen der Sphärenbewegung (s. II, 10). 2) III. 2 Anf. Die dann folgende Paraphrase M.’s zu V. 7—11 lässt deutlich die Anwendung der Beschreibung der Chajjoth auf die Sphären erkennen, ebenso die Erläuterung von V. 12, in Verbindung mit V. 9 und 14, auf die Bewegung der Sphären. 3) Nach M.’s sehr durchsichtigen Andeutungen versteht er unter אופן die Urmaterie der sublunaren Welt, welche in den vier Elementen (den vier Ophannim) in die Erscheinung tritt. Danach paraphrasirt er auch die einzelnen Züge der Beschreibung V. 16—18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.