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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 133

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 133)
Language
German
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118 Die biblischen Erzählungen. sagen: wären uns die Begebenheiten jener Zeiten besser bekannt, so wäre uns auch für viele Einzelheiten verständlich, warum sie in der Thora erwähnt sind. Wenn man in den nicht gesetzlichen Theilen der Thora Erzählungen bemerkt, die man für unnöthig hält, oder in denen man Weitschweifigkeit und Wiederholungen zu finden glaubt, dann muss man bedenken, dass der zeitgenössische Berichterstatter die Bedeutung der Begebenheiten in ihrem Zusammenhänge erblickte und auch solche Einzelheiten für wichtig und unentbehrlich hielt, die dem späteren Leser als unnöthig oder bedeutungslos erscheinen. Hieher gehört auch das scheinbar nutzlose Yerzeichniss der Stationen des Wüstenzuges (Num. 33). Es sollte aber den künftigen Geschlechtern dazu dienen, das grosse Wunder der Erhaltung Israels in der Wüste zu bezeugen. Die Aufzählung der Orte sollte den Zweifel an diesem Wunder beseitigen, indem sie die Annahme unmöglich macht, dass die Israeliten etwa in der Hähe solcher cultivirter Gegenden der Wüste weilten, wie sie jetzt von den Arabern bewohnt werden, oder dass es Gegenden waren, in denen der Acker bestellt werden konnte, oder in denen sich Nährpflanzen vorfinden, oder in denen beständig das Manna fiel, oder dass es an diesen Orten Cisternen gab. —Ebenso diente der Bann, welchen Josua über die Wiedererbauer Jericho’s aussprach (Jos. 6, 26), dem Zwecke, das beim Einsinken der Mauer Jericho’s geschehene Wunder zu verewigen. Die anscheinenden Wiederholungen in Num. 9, 19 — 21, wo die Worte in Y. 20 b genügt hätten, sollen die von den Yölkern gehegte irrige Anschauung beseitigen, als ob die Israeliten sich in der Wüste verirrt hätten1), auf Grund ג) Vgl. die Erzählung hei T a c i t u s, Historiae V, 3, die auf der des Lysimachus (bei Josephus Contra Apioneml, 34) beruht. T11. Keinach, Textes d’auteurs grecs et romains p. 119, 304. Ob Maimüni nach irgendeiner secundärenQuelle von jener Erzählung Kenntniss hatte oder auf eine arabische Polemik gegen die Bibel anspielt, kann ich nicht ent^ scheiden. Jedenfalls beruht die Anschauung vom Umherirren in der Wüste auch auf dem Worte PharaoA in Exod. 14, 3.

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