Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 132)
- Language
- German
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Die biblischen Erzählungen. 117 zunächst zeigen, wie Abraham mit einer geringen Anzahl Menschen auf wunderbare Weise vier mächtige Könige besiegte; dann aber, wTie er mit aufopferndem Muthe seinen Yerwändten vertheidigte und wie er.(V. 24), den schnöden Gewinn verachtend, seinen Edelmuth und seine Genügsamkeit bewährte. — Die Genealogie der Seiriten (Gen. 36,20—30) wird mit Hinblick auf ein biblisches Gebot, das der Ausrottung Amaleks, in die Thora aufgenommen. Denn in Folge der Verschwägerung Esau’s mit den Seiriten (Y. 14, vergl. mit Y. 24) wurden diese zum mächtigsten Stamme Esau’s, besonders zum vornehmsten Geschlechte desselben, zu Amalek (Y. 12 und 16), gerechnet. Damit nun bei der Ausführung jenes Gebotes nicht die Seiriten zugleich mit den Amalekiten ausgerottet würden, wurde das Geschlechtsver״ zeichniss der Ersteren in die Thora aufgenommen, damit sie als nicht zu den Amalekitern gehörig, also auch nicht der Ausrottung verfallen, gekennzeichnet seien1). — Die Auf- Zahlung der Könige Edoms (Gen. 36, 31—39) hat Bezug auf das Gebot (Deut. 17, 15), keinen Fremden zum Könige zu machen. Der Hinweis auf die Könige Edoms, bei deren Jedem seine fremde Herkunft angegeben wird, sollte auf die Gefahren hinweisen, welche die Wahl eines stammfremden Herrschers für das Yolk bedeutet. Denn man muss annehmen, dass die Israeliten die Geschichte und die tvrannische Regierung jener edomitischen Könige kannten, obwohl sie uns heute unbekannt sind. Im Allgemeinen lässt sich mente M.’s (Kobez H, 39a) sei der folgende Passus liier erwähnt: ראו כי לא לחנם נכתב גנות נח הצדיק כי אם ליקח מוסר. Gemeint ist die aus Gen. 9, 20 ff. zu entnehmende Lehre, im Weintrinken Maass zu halten. 0 Auf ähnliche Weise begründet Saadja die Aufnahme der Genealogie der Edomiten und der Choriten in die Thora. Nach ihm war dieselbe deshalb nöthig, damit das Verbot in Deut. 2, 5 ausführbar sei, welches sich nicht auf alle Bewohner Seirs, sondern nur auf die edömitischen Geschlechterbezog. S. die Einleitung zum ם, הגלוי, bei Harkavy, Studien und Mittheilungen V, 170 f. Im 12. Jahrhundert ist diese Schrift Saadja’s noch den Spaniern Abraham b. Chija und Abraham Ibn Däud gut bekannt (s. Harkavy a. a. 0., S. 133 f.); sie wird also auch M. nicht unbekannt gewesen sein.