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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 130

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 130)
Language
German
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115 Begründung einzelner Gebote. 13.1) Was die Thora zu essen verboten hat, ist fast durchaus schädliche Nahrung. Auch das Schweinefleisch ist ungesund; doch ist es hauptsächlich wegen der Unreinlichkeit des Thieres verboten. Welcher Schmutz dieses Thier in Häusern und den öfientlichen Gassen hervorbringt, kann man in den Ländern der Franken2) sehen. — Das Verbot, Fleisch mit Milch zu gemessen, hat, abgesehen von dem diätetischen Grunde, wahrscheinlich auch darin seinen Grund, dass man bei irgend einem heidnischen Feste oder irgend einer Cultushandlung Fleisch mit Milch mengte. Dafür spricht der Umstand, dass das dreimal vorkommende Verbot (Exod. 23, 19; 34, 26; Deut. 14, 21) zweimal mit der Festwallfahrt in Verbindung gesetzt ist. — Da die natürliche Nahrung des Menschen vegetabilische und animalische Stoffe, Korn und Fleisch, erfordert und zur Gewinnung der letzteren die Tödtung der Thiere unumgänglich nöthig ist3), so wurde eine Art der Tödtung vorgeschrieben, welche dem Thiere die geringsten Qualen verursacht: das Schlachten (Deut. 12, 21)4). Denselben Grund, Mitleid für das Thier, hat das Verbot in Lev. 22, 28 und das Gebot in Deut. 22, 6 f.5). כך המכוון לבו לטהר נפשו מטומאות הנפשות שהן מחשבות האון ודעות הרעות כיון שהסכים בלבו לפרוש מאותן העצות והביא נפשו במי הדעת טהור. Dann Hinweis auf Ezech. 36, 25. 0 III, 48. M. verweist auf die in C. M., Acht Capitel, c. 4 enthaltene allgemeine Begründung der biblischen Speisegesetze. 2) Des christlichen Europa. 3) S. C. M. Baba Kamma 4, 8. 4) S. darüber auch III, 17 g. E. Daselbst citirt M. Num. 22, 32 als diejenige Bibelstelle, mit welcher die Lehrer der Tradition das Yerbot der Thierquälerei biblisch begründet hätten. 5) S. Ibn Esra zu Deut. 22, 6 und zu Exod. 23, 19. In C. M. Berachoth 5, 3 sagt M. im Sinne dieser Mischna, diese Gebote haben nicht das Mitleid als Grund: שאילו היד, מדרך רחמנות לא צוד, לשחוט חיה או עוף כלל אבל היא מצוד. מקובלת אין לה טעם (hier hat מי מקובלת den Sinn : Offenbarungsgebot); ebenso M. T. Tefilla 9. 7. In M. N. rechtfertigt er seine Abweichung von der Mischna damit, dass in dieser diejenige Ansicht von den Geboten zum Ausdrucke gelangt, nach welcher dieselben Ausfluss des göttlichen Willens seien und nicht begründet werden dürfen. Er selbst folge der anderen Meinung (s. oben S. 98). 8*

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