Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 118)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3122061-3122084--3089-3124498- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
* Weitere Zwecke der Gebote. 108 sie in Exod. 19, 10 (ygl. mit Y. 15) gemeint ist1), Heiligung durch Maasshalten im Genüsse des Weines (s. Kum. 6, 5), Heiligung durch die Befolgung der göttlichen Gebote (Lev. 11, 44). Auch unsere Reinheit an Leib und Kleidung gehört zu den Zwecken der Gebote; aber sie kömmt erst nach der ]Reinigung des Herzens, der Sitten und der Handlungen in Betracht2). Was als eigentlicher und hauptsächlicher Zweck durch die Gebote erreicht werden soll, ist nicht an Ort- und Zeitverhältnisse gebunden, und in diesem Sinne sagt die h. Schrift (Num. 15, 15): 0 Gemeinde, ein einziges Gesetz ist für euch Alle!3). Yon den 613 Geboten der Thora hat jedes einen der folgenden Zwecke: 1. Hervorrufung einer richtigen, oder Beseitigung einer irrigen Meinung; 2. Erzeugung einer schönen sittlichen Eigenschaft, oder Bewahrung vor einer hässlichen Eigenschaft; 3. Aufstellung einer Regel der Gerechtigkeit, oder Hinwegräumung der Ungerechtigkeit4). Demgemäss haben sämmtliche Gebote (und Verbote) die Meinungen, die Sitten und die socialen Handlungen zum Gegenstände. Sie beziehen sich zwar auch auf die Rede; aber was die h. Schrift zu reden gebietet oder verbietet, gehört inhaltlich in eine der drei genannten Kategorien, so dass die!) Naclimani z. St. bringt diese Erklärung von וקדשתם als eigene Ansicht. Doch findet sie sich auch bei Ibn Esra, Jesöd Mora c. 10. 2) Hier folgt die Erklärung von Jes. 66, 17, s. unten Cap. XIX. 3) III, 34 Ende. Hier sei noch auf M. T. Temura Ende hingewiesen:ורוב דיני תורה אינן אלא עצות מרחוק מגדול העצה לתקן הדעות וליישר (Prov. 22,20)כל המעשים וכן הוא אומר הלא כתבנו לך שלישים במועצות ודעת. Ygl. damit M. H. III, 45 g. Ende, in Bezug auf die Gebote, welche die Ehrfurcht vor dem Heiligthume hervorrufen und dadurch mittelbar die Gottesfurcht fördern sollen, indem sie die Herzen sänftigen und zur Demuth stimmen: (Jes. 25, 1). . . תלטף אלאלאה כל הדא אלתלטף בעצות מרחוק לאלאנתהא וכשועהא. 4) Diese drei Punkte ergeben sich aus den oben (S. 100) erwähnten zwei Hauptzwecken der Eeligionsgesetze, indem diese (1.) die geistige Vervollkomnung, das ewige Wohl, (2. und 3.) das irdische Wohl die sociale Yervollkomnung bezwecken.