Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 114)
- Language
- German
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99 Die inneren Gründe der Gebote. 101). Gebote, deren Gründe auch der grossen Menge erkennbar sind, heissen (nach Lev. 18, 4) משפטים; solche, bei denen das nicht der Fall ist, 2חקים). Die Unzulänglichkeit unseres Wissens ist Ursache davon, dass .־wir die Gründe einzelner Gebote nicht erkennen, gemäss dem an Deut. 82, 47 geknüpften Grundsätze der alten Weisen3). — Der Grund eines Gebotes erstreckt sich nicht auf die Einzelheiten und Modalitäten seiner Yollziehung, diese sind nur als Gehorsams- Übung zu betrachten, obwol zuweilen auch für die Einzelheiten ein bestimmter Grund erkennbar ist4). In Bezug auf Anders wenden die Stelle anBaehjalbn Pak ü da und A b r a - ham Ibn Dänd (s. Die Bibelexegese d. j. E. S. 60, 138). *) Beide Bibelstellen weisen mit צדיקים und צדקו auf die innere Berechtigung, die Begründung der Gebote hin. In mehr speciellem Sinne versteht M. das Epitheton צדיקים als Bezeichnung des in den biblischen Geboten zum Ausdrucke, gelangenden leitenden Gedankens von der riehtigen Mitte, II, 39 (s. oben S. 80). In diesem Sinne beruft er sich in III, 49 (118 b) auf den »Grundsatz der gerechten Verordnungen und Satzungen« (אצל חקים ומשפטים צדיקים). Vgl. auch III, 39 Ende: מן גמלה 115) 49 ,111; ח׳ ומי צדיקים a). 2) S. über diese Eintheilu ng, deren traditionelle Grundlage M. hervorhebt, M. T. VIII. Buch7 Meila Ende; ferner C. M. Acht Capitel, c. 6. g. Ende, wo aber statt משפטים der Terminus מצוות gebraucht ist. (Vgl. Ibn Esra’s Einleitung zum Pent.-Comm., 2. Weg g. Anf. וגם במצות ובחקים). M. setzt daselbst diese Eintheilung in Parallele mit der von ihm perhorrescirten und im ״Führer“ nicht vorkommenden Eintheilung in Vernunft- und Offenbarungsgebote (s. Die Bibelexegese d. j. E. S. 31, 66, 103, 124, 151), welche ״Einige unserer späteren Gelehrten annahmen, die an der Krankheit des Kaläm litten״'; vgl. dazu Schreiner, Der Kaläm, S. 14 und 57, Scheyer, Das psychologische System des Maimonides, S. 106, Eosin, S. 93. Einmal gebraucht er selbst ohneweiters den Terminus אלשראיע אלסמעיה, C. M. Aboth 1, 3 (Hildesheimer-Jubelschrift, S. 59, hebr. Theil). 3) S. unten Cap. XV Ende. — III, 26 (58 b) findet M. diesen Grundsatz auch in Jes. 45, 19 ausgesprochen (ריק תהו). Zu diesem Verse s. auch III, 49 Ende. 4) Als Beispiel citirt Maimüni das Gebot, Opfer darzubringen das einen klar erkennbaren Grund habe, während für die einzelnen Vorschriften über Zahl und Beschaffenheit der Opferthiere kein Grund gesucht werden dürfe. (Vgl. Ibn Esra’s Aeusserung über חלקי הקרבנות, Jesöd Mora c. 7). Wer dennoch sich damit abgäbe, diese 7*