Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 113)
- Language
- German
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ד IBM Q8 Die biblischen Gebote. Zeiten werden durch die Fülle des Friedens und irdischen Segens die grösste Möglichkeit zur geistigen Yervollkommnung gewähren'(Jes. 11, 9, Jer. 31, 33, Ez. 36, 261). XIV. Die biblischen Gebote und ihre Gründe. In Israel2) ist es allgemeine Ansicht, der grossen Menge sowohl wie der Gelehrten3), dass die religiösen Gebote durchaus ihren Grund haben•; nur kennen wir von einzelnen den Grund nicht und wissen nicht, wieso sich in ihnen die göttliche Weisheit kundgiebt. Diese Anschauung, dass alle Gebote auf inneren Gründen beruhen, ist in der heiligen Schrift selbst ausgesprochen, in Deut. 4, 84) und in P8. 19, במד. יזכה. Ausführlicher erklärt er den Kohelethvers in diesem Sinne in C. M. Aboth 4, 17: . . ואל זה רמז שלמה. Wenn Salomo im Buche Koheleth, so bemerkt M. am Schlüsse, die Güter dieser Welt preist, so thut er das nur im Sinne jenes Gedankens. Danach lässt sich auch das ganze Buch in seinem wahren Sinne verstehen : וכשתבחן הספד ההוא בזאת הבחינה יתבאר האמת. 1) Zum Gegenstände dieses Abschnittes ist auch die Schrift über die ewige Seligkeit zu vergleichen (s. oben S. 17 f.). Vgl. B. Templer, Die Unsterblichkeitslehre bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters, S. 61 ff. 2) M. N. III, 26. 3) m. betont dies deshalb (מדהבנא כלנא אלגמהור ואלצואק), weil er die Bemerkung vorausgeschickt hat: von den ״Leuten der Speculation unter den Keligionsbekennern“ ([אהל אלנטר מן אלמתשרעי) lehren die Einen, die religiösen Gebote seien Ausfluss des absoluten göttlichen Willens, die Andern, dass jedes Gebot und Verbot der göttlichen Weisheit entstamme und irgend eine Absicht zum Ausdrucke bringe; unter den מתשרעין (s. oben S. 32, A. 3) sind aber auch die nichtjüdischen Gläubigen, also zunächst die Bekenner des Islams zu verstehen. Die Anschauung, dass die göttlichen Gebote keinen Grund haben, führt M. noch besonders, in III, 31, ad absurdum. Wie er in III, 17 (33 b) ausführt, ist sie eine notwendige Consequeuz der deterministischen Lehre der Asch’ariten. 4) S. auch ILI, 31 und den Brief an Chasdäi (Kobez II, 23d), wo M. seine These nicht aus צדיקים, sondern aus V. 6 deducirt. Im Briefe an Ch.: . . . ואם המצות הם גזרה בלא ענין ועלה היאך יודו העמים שבחכמה גדולה נסדרו. Ebenso Ibn Esra, Jesöd Moni c. 8. Anf., ואם אין להם טעמים ... איך יאמרו העמים שדם הקים צדיקים ואנחנו השומרים אותם חכמים