Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 110

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 110)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3122061-3122084--3081-3124490
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

95 Die Willen sfr eilieit. dass Gott selbst den Sinn des Menschen verhärte, so dass er bei der Sünde verharrt; Beispiele; Pharao (Exod. 4, 21), Sichon (Deut. 2, 301), die Kanaäniten (Jos. 11, 20), Israel zur Zeit Elija’s (I Kön. 18, 37)2). In allen diesen Fällen war die vorhergegangene Schuld so gross, dass den Sündern die Möglichkeit der Heue und Umkehr versagt wurde. Die Unmöglichkeit zu bereuen wird so bezeichnet, als hätte Gott dem Sünder das Herz verhärtet3). Dass Gott bei grosser Schuld dem Menschen das Heilmittel der Heue entzieht, ist in Jes. 6, 104) und in II Chr. 36, 16 ausgesprochen. 2. Bibelstellen, an denen die Frommen Gott bitten, ihren Sinn zum Guten zu lenken, als ob es nicht von ihrem freien "Willen abhienge. Aber solche Bitten, wie Ps. 27, 11, ib. 51, 14, sind als Wunsch zu verstehen: meine Sünden mögen mich nicht daran verhindern, den Weg der Wahrheit zu wandeln. 3. Wenn es in Ps. 25, 8 ff. heisst: Gott weist den Sündern den Weg, er leitet die Demütigen zum Rechte, — so ist das so zu verstehen: Gott schickte seine Propheten, um die Menschen seine Wege zu lehren und zur Reue zu mahnen; aber auch: Gott gab ihnen die Fähigkeit zu lernen und zu verstehen und so auf den Weg der Wahrheit zu gelangen. 4. In Gen. 15, 13 wird scheinbar über *) In C. M. citirt M. die Commentatoren, welche in dieser Stelle deshalb besondere Schwierigkeiten gesehen haben, weil sie nicht erkannten, dass Sichon nicht wegen der Weigerung, Israel durch sein Land ziehen zu lassen, bestraft wurde, sondern wegen der vorher in seinem Lande geübten Gewalttaten. Ebenso wurde Pharao und sein Volk nicht wegen der Weigerung, Israel ziehen zu lassen, bestraft, sondern wegen der vorhergegangenen Bedrückung (Exod. 1, 9). 2) Im Zusammenhänge mit dieser Stelle erklärt M. in C. M. auch Hosea 4, 17; Jes. 63, 17; Mal. 3, 14 ff. 3) In C. M. (P. M. 247 f.) vergleicht M. die dem grossen Sünder zu seiner Strafe entzogene Möglichkeit der Beue mit dem in I Kön. 13, 4 erzählten Palle, wo Jarobeam die Möglichkeit, seine Hand zu bewegen, entzogen wird, und mit Gen. 19, 11, wo den Sodomiten die Möglichkeit zu sehen entzogen wird. 4) Von diesem Verse sagt M. in C. M. (p. 250) והדא נץ נליל לא יתתאג אלי תאויל בל הו מפתאח אקפאל כתירדי (es ist der »Schlüssel« zu vielen »Schlössern«),

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.