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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 109

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 109)
Language
German
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94 Die Versuchung. dass du gottesfürchtig bist“, das heisst: durch diese That, durch welche du im absolutem Sinne die Bezeichnung ״gottesfürchtig“ verdient hast, werden alle Menschen wissen, wie weit die Gottesfurcht gehen müsse1). Zweitens belehrt uns die Erzählung, dass die Propheten den Inhalt d er ihnen im Traume oder in der Vision, durch Vermittlung des Einbildungsvermögens, zu Theil werdenden Offenbarung für volle Wirklichkeit halten. Denn hätte Abraham nur den geringsten Zweifel an der Thatsäehliehkeit des ihm offenbarten Befehles gehegt, so wäre er nicht mit solchem Eifer an die Ausführung eines der Natur widerstrebenden Befehles gegangen. Es giebt viele Verse in der Thora und den anderen biblischen Schriften2), welche der Lehre von der Willens־ freiheit zu widersprechen scheinen und zu der irrigen Meinung führten3), als ob Gott die Handlungen des Menschen vorherbestimmte und es nicht in der Macht des Menschen stünde, sein Herz zum Guten oder zum Bösen zu lenken4). Solche Bibelstellen sind 1. diejenigen, in denen gesagt ist, 1) M. folgt liier ohneweiters der Uebersetzung Saadja’s, der ידעתי mit ערפת אלנאס wiedergiebt. S. darüber I b n Esr a;s Comm. zu Gen. 22, 1. S. auch Abulwalid, Luma 45 f. (Rikma 18). 2) M. T. Teschuba c. 6. Vorangellt in c. 5 der Nachweis, dass die Lehre vom freien Willen als einer von Gott gewollten Eigenschaft des Menschen eine Grundvoraussetzung der Religion und ihrer Gebote sei (vgl. KobezI, 34 c), und die Widerlegung der gegen diese Lehre erhobenen Schwierigkeiten. Die biblischen Belegstellen, welche M. hier für den freien Willen anführt, sind: Gen. 3, 22 *nach der von ihm adoptirten Auffassung des Targums erläutert, s oben S. 42, A. 5); Echa 3, 38 (s. unten, Gap. XIX); Deut. 30, 15; ib. 11, 27; ib. 5, 26; Mal. 1, 9; Jes. 66, 3; Koh. 11, 9. 3) Als Bekenner dieses ethischen Determinismus nennt M. in c. 5 Anf. טפשי אומות העולם ורוב גולמי בני ישראל. ,Unter גולם versteht M. Leute, die sowohl in intellectueller, als in moralischer Hinsicht mangelhaft und unsystematisch gebildet sind, s. C. M. Aboth 5, 6 (Ros in,'S. 121). 4) Einen Theil dieser, der Lehre von der Willensfreiheit zu widersprechen scheinenden Bibelstellen erläutert M. auch in C. M. Acht Capitel, c. 8 (P. M. 243—253), zum Theil in ausführlicher Weise, nach R 0 s i n, S. 24, unter dem Einflüsse Abraham I b n I) ä u d’s.

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