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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 107

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 107)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122084--3078-3124487
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3ÖKS3SHESSE3K55E! 92 Die Versuchung. aussetzung der ganzen in Geboten und Verboten bestehenden religiösen Gesetzgebung, indem trotz des Yorherwissens Gottes die Freiheit des Menschen seinen Geboten und Verboten gegenüber bestehen bleibt. Dass sich Gottes Wissen auch auf das in der Zukunft möglicherweise Geschehende oder auch nicht Geschehende erstreckt, ist eine der unserer Erkenntniss unbegreifbaren Eigenthümlichkeiten des göttlichen Wissens, durch, welche es sich von dem menschlichen Wissen unterscheidet. Auf diesen Unterschied weist hin Jes. 55, 8 f.1). Die mit dem Begriffe der Versuchung2) verbundenen Schwierigkeiten werden gehoben, wenn man die betreffenden Stellen nach folgender Regel erklärt. Ueberall, wo die Thora von der Versuchung eines Einzelnen oder des Volkes spricht, ist nicht die einzelne Handlung, mit welcher die Versuchung bewerkstelligt wird, derZwreck derselben; ihr Zwreck ist es vielmehr, dass durch sie die Menschen im Allgemeinen erkennen, w7as sie thun und was sie glauben sollen. Die bestandene Versuchung soll als Muster für Andere zum Danachhandeln dienen3.) — 1. Wenn in Deut. 13, 4 gesagt ist; ״um zu wissen, ob ihr liebet den Ewigen, eueren Gott“, so bedeutet das nicht: ״damit Gott wissedenn Gott weiss es ohnehin; sondern der Sinn ist, damit die anderen Völker es wissen, dass der falsche Prophet euere Liebe zu Gott nicht erschüttern kann. Dies wird allen nach Wahrheit Strebenden zum Muster dienen, dass sie Glaubenssätze von solcher Festigkeit erstreben, die auch den Wundertätern gegenüber Stand hält. לדעת hat hier dieselbe Bedeutung, wie in Exod. 31, 134 *). — 2. Ebenso ist zu erklären Deut. 8, 2 : ״damit die Völker wissen״, damit es in der Welt bekannt werde, dass wer sich ganz dem Dienste Gottes weiht, auf ungeahnte Weise von!) S. auch M. T. Teschuba 5, 5. 2) III, 24. M. gebraucht den hehr. Terminus נסיון♦ 3) Maimüni selbst giebt ausdrücklich an, der Pentateuch enthalte 6 Stellen über die Versuchung, die er erklären wolle. f 4) Dies hat offenbar polemische Tendenz gegen Islam und Christenthum.

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