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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 103

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 103)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122084--3074-3124483
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88 Die Offenbarung am Sinai. dem Volke vor (Deut. 5, 5). Dieses hörte nur eine gewaltige Stimme1), nicht aber die articulirten Worte. Yon diesem durch das Yolk vernommenen Schalle heisst es Deut. 5, 20: הקול und ib. 4, 12: קול דברים (also nicht דברים). Auf das Hören dieses Schalles bezieht sich, was Deut. 5, 21—24 von der Furcht des Volkes erzählt wird2). Nach der Meinung Vieler3) habe Moses in den ihm zu Theil gewordenen Offenbarungen nicht etwa Worte vernommen; sondern seine Seele war in so innigem Zusammenhänge mit den höchsten Ideen, dass sie in der wahren Sprache, das ist im Denken4), die göttlichen Ideen auf eine uns unbegreifliche Weise vernahm5). Die Meinung wäre annehmbar, wenn nicht der Ausdruck הקול מדבר in Num. 7, 89 und die Erzählung von den zweiten Bundestafeln (Exod. 34)6) dagegen sprächen. Man muss also annehmen, das es eine erschaffene Stimme war, aus der Moses Gott reden hörte7). *) צותא עטימא, das ist eine Wiedergabe von קול גדול, Deut. 5, 19. 2) In I, 46 (51a) sagt M., ראים in Exod. 20, 18 könne als Vortreter von שומעים erklärt werden, weist aber noch auf den Visionscharakter der Offenbarung am Sinai hin: מע כדן דלך אלמקאם איצא מראה נבואה♦ Ebenso sagt er III, 9 Anf., die Offenbarung am Sinai sei zwar etwas Grösseres als jede prophetische Vision und stehe ausserhalb jeder Analogie, aber der Umstand, dass die Offenbarung in Nebel, Einsterniss und dichtem Gewölke geschah, habe allegorische Bedeutung, wie Alles, was in prophetischer Vision wahrgenommen wird (s. oben S. 24). S. noch über die Offenbarung am Sinai, diese ״Axe des Glaubens“ I. T. 25 (Kobez II, 3 a b). 3) Brief an Chasdai Hallevi (Kobez II, 23 d). 4) S. unten Cap. XIX, zu Ps. 69, 2. 5) ♦ ♦ . שנפש משה רבנו ע״ה היתה אחוזה בדעות העליונות השכליות ומבינה ושומעת על דרך דבור האמת שהוא הגיון הדעות העליונות מה שאין אנו יכולין לידע איך הוא♦ Dieselbe Ansicht scheint M. in C. M. Einl. zu Chelek, 8. Glaubensartikel (P. M. 173) auszudrücken, wenn er sagt, die Thora sei Moses auf eine Weise gegeben worden, die er metaphorisch Bede nennt (oben S. 3). 'e) S. oben Anm. 9. 7) Das Citat N a r b 0 ni’s zu M. N. I, 21 aus einem אגרת הסודות (s. Beer, Philosophie der Juden, S. 76) ist mit dem hier wiedergegebenen Passus aus dem Briefe an Chasdai identisch. Vielleicht ist הסודות aus חסדאי corrumpirt.

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