Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 87

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 87)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3122061-3122084--3058-3124467
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

72 Die prophetische Vision. so, als wäre es ihm auf dem Wege der äusseren Sinnes- Wahrnehmung gekommen1). Den Propheten drängt es unwiderstehlich, was er erkannt und prophetisch geschaut hat, zu verkündigen und die Menschen zur Wahrheit zu leiten, auch wenn er dafür mit dem Tode bedroht würde. Diesen Trieb versuchte Jirmeja vergeblich zu unterdrücken (Jerem. 20, 8 f.); und in demselben Sinne sagt Arnos (3, 8) : Der Herr, der Ewige hat geredet, wer sollte nicht prophezeien!2) Im Propheten müssen besonders kräftig sein das Vermögen der Kühnheit und das der Ahnung (Divination). Beispiele kühnen Muthes bieten Moses (Exod. 2, 12), Jirmeja (1, 8, 17 fl), Jecheskel (2, 6)3). Die prophetische Vision4), die auch יד ה׳ und מחזה genannt wird5), ist ein wacher Zustand, aufregend und erschreckend, wie er in Dan. 10, 8 f. beschrieben ist. In einem solchen Zustande hört die Wirksamkeit der Sinne auf; jene Emanation strömt auf das Denkvermögen ein, von diesem auf das Einbildungsvermögen, so dass dessen Thätigkeit den Grad der Vollkommenheit erlangt. Zuweilen beginnt die Offenbarung mit einer Vision, deren Zustand auf die Thätigkeit des Einbildungsvermögens besonders heftig wirkt, wie das bei Abraham in dem Gen. 15, 1, 12, 13 ft. Erzählten der Pall war. Die Propheten schreiben die ihnen zu Theil gewordenen Offenbarungen entweder einem zu ihnen sprechenden Engel oder Gott selbst zu. Aber auch in letzterem Falle 1) M. N. ib (78 b) 2) II, 37 Ende. Diesen unwiderstehlichen Drang der Propheten, zu reden, stellt M. (ib.) auf bezeichnende Weise in eine Reihe mit dem Drange der schriftstellerischen Gelehrten, ihre Wissenschaft in Büchern darzulegen. 3) II, 38. 4) II, 41, מראה הנבואה, von M. als anderer Name für מראה citirt, ist nicht biblisch, auch nicht talmudisch. 5) In II, 43 wird auch חזון für gleichbedeutend mit מהזה und מראה erklärt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.