Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
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32 D erascli 0 tli. both 15a) die Warnung yor dem Anhören unschicklicher Reden in eine Deutung der Worte ויתד תהיה לך על אזנך (Deut. 23, 14) kleidet, so wird Niemand, der gesunden Yerstand hat, ernstlich meinen, dass jener Weise die Warnung für den Inhalt des erwähnten Gebotes hielt und unter יתד den Finger, unter א:ז5ף =) אזנך) das Ohr verstanden wissen wollte. Die Deutung Bar Kappara’s ist nur eine besonders feine poetische Ausdrucksweise1), durch welche er eine schöne moralische Sentenz auf einen biblischen Text gestützt hat2). Ebenso sind alle Deraschoth aufzufassen, in welchen es heisst, dass man zum Zwecke der Deutung ein Wort des Textes anders zu lesen habe (3(אל תקרי]. — Wenn die Weisen den Ausdruck 'על פי ה (Deut. 34, 5, Num. 33, 38) so deuten, dass Moses und Aharon durch einen göttlichen Kuss gestorben seien (Baba Bathra l7a)5 so folgen sie der bekannten Art poetischer Ausdrucksweise, welche — in Hoh. 1, 2 — es allerdings: עלי גהה אלתמתילאת אלשעריה, wo die erwähnte Ueber־ Setzung Munk’s eher am Platze ist. — M.’s Sohn Abraham gebraucht denselben Ausdruck in seiner Abhandlung über die Deraschoth; denn על דרך מחמדי השיר (Kobez II, 42 a) ist offenbar עלי טריק אלנואדר ־=־ .אלשעריה בל הדא נאדר שערי מליח גדא (ג. 2) אסנד, s. oben S. 29, Anm. 1. 3) Ib. Diesen Excurs über die Deraschoth schliesst Maimüni mit der Aeusserung, das Gesagte enthalte eine jedem Vernünftigen unter den rabbiniseben Eeligionsgläubigen nützliche Bemerkung. Der arabische Text hat מן אלמתשרעי] ואלרבאנין, was Munk so übersetzt: tous les theologiens et rabbins. Eichtiger scheint mir die Lesung ohne ו, welche Ibn Tibbon wiedergiebt: מאנשי התורה הרבנים. In der That sind es die rabbanitischen Gläubigen (״Theologen“ bei Munk — so auch III. 20 p. 41b — scheint nicht entsprechend zu sein; III, 23, 49b übers, er גמהור אלמתשרעין richtiger mit la foule deshommes religieux, s. auch III, 24 g. Anf.), welche von der Bemerkung M.’s Gebrauch machen können. Denn die Karäer wählten, wie besonders Jehuda Hadassi’s Eschkol Hakkofer, aber auch vor ihm Kirkisäni zeigt, die agadische Schriftauslegung mit Vorliebe zum Gegenstände ihrer Angriffe, und Hadassi hat z. B. gerade die von M. hervorgehobenen 611^ס־,^0011-אל תקרי in eine Eeihe mit den christlichen Umdeutungen des Bibeltextes gestellt (s. Jewish Quarterly Eeview VIII, 482).