Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
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31 Deraschoth. sind von iliren Urhebern keineswegs als Erklärung des Textes betrachtet worden, sondern sie sind eine Art poetischer Ausdrucksweise1). In Bezug auf die ״Deraschoth“ (die Schriftdeutungen des Midrasch) giebt es zwei Auffassungen, die gleichmässig zu verwerfen sind2). Die Einen halten dafür, jene Deutungen seien als wirkliche Auslegungen des Bibeltextes anzuerkennen und vertheidigen sie hartnäckig, als wären es überlieferte Satzungen; die anderen machen sich über die Deraschoth lustig, da es doch evident sei, dass der Bibeltext nicht denn Sinn haben könne, den ihm der Derasch beilegt. In Wirklichkeit aber liegt in den Deraschoth eine Art poetischer Ausdrucksweise vor, wie sie zur Zeit ihrer Urheber sehr verbreitet war und deren man sich allgemein so bediente, wie sich die Dichter der verschiedenen poetisehen Redeweisen bedienen3). Wenn Bar Eappara (Kethu- . . ♦ עלי גהה אלדרשות . . . וד״לך אנהא :(1) M. N. III, 43 (96b — .ענדהם עלי צורה אלנואדר אלשעריה לא עלי'א! דלך הו מעני דלך אלנץ Vgl II, 24 g. E., wo M. von seine}* eigenen Anwendung der Worte von Ps. 115,16 sagt, dieselbe geschehe עלי גהה אלנואדר אלשעריה (hebr. על ־,(צד מליצת השיל d. h. er glaube selbst nicht damit die den wirklichen Sinn des Textes zu geben. Er hätte ebenso gut sagen können : עלי גהה אלדרש. Vgl. noch III, 45 (99 a), zu M. Middoth 3, 4: והדא גיד עלי גהה אלדרשות. 2) Vgl. die längere Ausführung M.’s über die drei Kategorien von Anschauungen in der Auffassung der Agada, in C. M. Einl. zu Chelek 125 bc (P. M. 144 ff.). Die ersten zwei Kategorien sind die hier angegebenen zwei Auffassungsweisen. Die dritte sucht den innern Sinn der Agada zu erkennen. lieber die erste dieser Classen s. noch M. N. II, 27 (57b): מן יתבע טואהר אלמדרשות, und T. E. (Kobez 11, 8 b): בפשוטי דרשות שראוי לאומרן בפני הנשים בבית האבל. Statt אלמדרשות muss wol auch an der ersten Stelle gelesen werden אלדרשות; denn mit מדרשות bezeichnet Maimüni die Midraschlitteratur (s. unten S. 35). 3) ... אנהא עלי גהה אלנואדר אלשער־יה... ושהרת תלך אלטריקה פי דלך אלזמאן ואסתעמלהא אלכל כמא יסתעמלון אלשערא אלאקאויל אלשעריה־. In III, 43 übersetzt Munk beidemal אלנואדר אלשעריה mit »allegories poetiques«, in II, 24 Endo richtiger mit locutions poetiques. נואדר bedeutet »Seitenheiten«, Feinheiten des Ausdruckes. Weiter unten (96 a, Z. 14) heisst