Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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Normen zur Bibelexegese. 25 in der Thora enthaltenen Anschauungen die Beweisführung darbietet1). Während sonst in der üblichen Schwurformel der Ausdruck für Leben mit dem dazu gehörigen Worte durch die Yerbindungsform verknüpft wird (ליי נפשך, I Sam. 20, 3; ל" פרעה Gen. 42, 15), unterbleibt diese Verknüpfung, wenn bei Gott geschworen wird (,לי ה), weil das Leben Gottes mit seinem Wesen identisch ist, also nicht von ihm getrennt gedacht wird2). Da das Organ der Propheten die Einbildungskraft ist, besteht der grösste Theil der prophetischen Reden in bildliehen Ausdrücken (Gleichnissen, Allegorien). Ausserdem aber ist die Beachtung des metaphorischen und des hyperbolischen Charakters ihrer Sprache erforderlich. Hyperbeln, wie Koh. 10, 20, Arnos 2, 9‘d), finden sich bei allen Propheten in grosser Anzahl. Nicht hyperbolisch sind die Zahlen, mit welchen im Pentateuch das hohe Alter einzelner Personen der Urzeit angegeben wird. Man muss annehmen, dass sich diese ungewöhnlich hohe Lebensdauer auf die Genannten beschränkte, sei es dass sie durch ihre Lebensweise bewirkt wurde oder als Wunder zu betrachten ist; die anderen Menschen erreichten auch zu jenen Zeiten nur 1) III, 54 (132 b). 2) C. M. Acht Capitel, c. 8 Ende; M. T. Jesode Tora 2, 10 (שאין דבורא וחייו שנים); M. N. I, 68 Anf. Maimüni erklärt הי in der Schwurformel ח* ה׳ u. s. w. als Substantiv (Leben) und דד in ח* פרעה u. s. w> als st. const. davon. Vgl. seine Erklärung von חי העולם, Dan. 12, 7 (unten Cap. XIX Ende). S. König’s Hist.-krit. Lehrgebäude der, hebr. Sprache II, 42; König macht dort eine mit Maimüni’s Beobachtung ziemlich übereinstimmende Bemerkung: die Ausspracho חי ist nach ihm nur bei Jahve von der Tradition nicht angewendet, »indem man bei ihm aus irgendwelcher Scheu kein »Leben« als sein Besitzthum unterscheiden mochte«. König bemerkt weiter, bei אלהים stünde wol ח־ und citirt dazu Arnos 8, 14 (דד אלהיך). Aber dies ist kein riehtiges Beispiel, denn es ist der Götze von Dan gemeint. Hingegen beweist II Sam. 2, 27 (ח* האלהים) und Hiob 27, 2 (חי אל), ,dass die Begel Maimüni’s sich nicht auf das Tetragrammatun beschränkt. 3) Maimüni verweist vorher auf den talmudischen Satz über die biblischen Hyperbeln, mit Deut. 1, 28 als Beispiel.