Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3122061-3122084--2997-3124406
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

11 Die Allegorien der 11. Schrift. Es giobt zwei Arten der prophetischen A 11 e g ori e ri : Entweder ist jedes Wort der Allegorie Gegenstand der Auslegung; oder das Ganze der Allegorie deutet auf die Gesammtheit des in ihr sich bergenden Inhaltes, während ton den einzelnen Ausdrücken viele nur der Verschönerung und Aneinanderfügung der Rede dienen oder dazu beitragen sollen, den inneren Sinn noch stärker zu verhüllen. Ein Beispiel der ersten Art ist die Erzählung von Jakobs Traume (Gen. 28, 12), in der jedes Wort etwas zum Ganzen des in ihr sich bergenden Gedankeninhaltes beiträgt.1) Ein Beispiel der zweiten Art bietet Prov. 7, 6ff. Unter der Warnung vor den Verführungen des ehebrecherischen Weibes birgt sich allegorisch die Warnung von den leiblichen Genüssen und Begierden; denn jenes Weib ist die allegorische Bezeichnung der Materie, das ist — für den Menschen — der thierischen Natur in ihm. Man würde aber vergeblich auch die Einzelheiten des Abschnittes im Sinne der in ihm allegorisch ausgedrückten allgemeinen Lehre zu deuten suchen.. Dieselben gehören bloss zur Ausführung des äusseren Sinnes.2) Bei den meisten Allegorien der h. Schrift muss man sich damit begnügen, den in ihnen sich bergenden Gedanken im Allgemeinen zu erkennen, oder auch nur die Thatsache, dass hier eine Allegorie vorliegt, erkannt zu haben.3) D Eine Deutung des Traumes Jakobs giebt M. in M. N. I, 15 ״(vgl. M. Hajichud p. 12). מלאכי אלד.ים sind die Propheten (s. unt. Cap. IX). Sie ״steigen hinauf“ auf die ״Stufenleiter“ der Erkenntniss, die bis zu Gott reicht, der dauernd und beständig (נצב) über ihr ist. Wenn sie aber eine gewisse Stufe dieser Erkenntniss erlangt haben ״steigen sie hinab“, um durch das, was sie erkannt haben, die Menschen zu leiten und zu belehren. Ueber den Widerspruch dieser Deutung des Jakobstraumes mit der M. N. II, 10 Ende zu lesenden wurde Maimüni von Chasdai Halle wi aus Alexandrien befragt und er beseitigt ihn auf gekünstelte Weise (Brief an Chasdai, KobezII, 24 b c). Thatsächlich deutet M. in II, 10 nicht Jakobs Traum, sondern eine auf denselben sich beziehende Agada. Auf Grund einer andern Agada erklärt M. in M. T. Jesode Tora 7, 3 den Traum Jakobs als משל למלכיות ושעבודן. 2) M. N. Einleitung (7a — Sa). Ygl. II, 22 Ende, in Bezug auf die Beden Hiobs und seiner Ereunde, wo aaf unsere Stelle verwiesen wird. 3) Ib. (8 b).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.