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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1896-01-01 · [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896) · page 9

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Y orworti, IX Maimüni sich seines Schlagwortes von den Geheimnissen der Lehre bemächtigt, um die Bibel in den Dunstkreis ihrer Deutungen und Dichtungen zu hüllen. Um den Rationalismus der Exegese Maimüni’s auf dem Gebiete der von ihm vorzugsweise so genannten biblischen Geheimnisse zu erkennen, genügt ein Blick auf die Art, wie er die Bedeutung gewisser biblischer Erzählungen (Cap. XV), wie er die Gründe der biblischen Gebote (Cap. XIV) darlegt. In den beiden Capiteln der heiligen Schrift aber, welche die Basis der alten jüdischen Geheimlehre bildeten, in den Abschnitten von der Schöpfung und dem Gottes־ wagen (Cap. XVI und XVII), findet Maimüni Lehren einerWeltanschauung eingehüllt, der nichts von Mystik anhaftet, die Lehren der aristotelischen Physik und Metaphysik. Das Lieblingsobjekt mystischer Grübeleien, die Namen und Attribute Gottes (Cap. VIII) bieten Maimüni den Anlass zur Darlegung der reinsten, alle Gnostik ausschliessenden Gottesidee. Und die Lehre von den Engeln, dieser Tummelplatz älterer und späterer Mystik, wird bei Maimüni zu einem Reflexe der das Denken seiner Zeit beherrschenden Kosmologie (Cap. IX). Allerdings bietet ihm diese Aulfassung der biblischen Engel auch den festen Punkt, von dem ihn sein Denken zu jener Seite seiner Weltanschauung und seiner Bibelexegese hinüberträgt, die man fast allein als mystisch bezeichnen kann. Von seiner Engellehre aus begreift Maimüni die Prophetie, als diejenige Form menschlicher Erkenntniss, welche über die höchste Stufe vernunftgemässen Wissens hinausführt. Vor den Thatsachen der Prophetie (Cap. X) und der enge zu ihr gehörenden biblischen Wunder (Cap. XII) macht auch Maimüni’s Rationalismus Halt, wie der Saadja’s. Jedoch auch der Prophetie und den Wundern gegenüber bringt Maimüni die Rechte der forschenden Vernunft zur Geltung: er fügt sie der Ordnung jler Natur und des menschlichen Geistes ein. Das Wunder darf nicht mit den Gesetzen der Natur in Widerspruch stehen, und die Prophetie wird ihrer Form nach zu ^ißem.״psy:cAol,Qgisohen ^Phänomen. Aus seiner Lehre von der Prophetie schöpft

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