Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [19] für das Schlujahr 1895/96 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Vorwort. VI auf uns gekommene Werk Möses Ibn Esra’s, in welchem die metaphorische Ausdrucksweise der Bibel, namentlich die versinnlichenden Aussagen über Gott erörtert werden, scheint auf Maimüni Einfluss geübt zu haben. Die metaphorische und bildliche Redeweise, als Form des Gedankenausdruckes, ergiebt sich, wie Maimüni ausführt, aus dem Wesen der Prophetie und nimmt daher in den Schriften der Propheten, d. i. im weitesten Sinne aller biblischen Schriftsteller, eine so hervorragende Stelle ein (Cap. IY). Eine besondere, wegen ihrer Bedeutung und Allgemeinheit die wichtigste Classe der biblischen Tropen bildet die auf Gott sich beziehende menschliche Redeweise, für welche Maimüni, wie es seit lange üblich geworden war, einen bekannten Satz der Traditionsexegese als Kanon anwendet (Cap. III), einen Satz, der, wenn auch ursprünglich für ein anderes Gebiet der biblischen Sprachweise geprägt und angewendet, das, was Maimüni und seine Vorgänger in ihm ausgesprochen wissen wollten, unzweifelhaft am prägnantesten ausdrückt. Von der Bedeutsamkeit dieses Satzes zeugt der Umstand, dass ein gefeierter Forscher der Gegenwart in ihm das Wesen der Sprache überhaupt am klarsten ausgesprochen findet1). Bei Maimüni wird der Satz von der menschlichen Redeweise der Bibel zu einem wichtigen Kanon, durch den er von dem Gottesbegriffe der heiligen Schrift alle Störungen und Werke Moses Ibn Esra’s entnommen, der in dem Capitel über die Andeutung (Anspielung) auch diese beiden Beispiele und zwar das zweite im Kamen Samuel b. Chofni’s anführt. S. die deutsche TJebersetzung dieses Capitels in meiner Schrift: Die jüdische Bibelexegese vom Anfänge des zehnten bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts, S. 80. — Ueber die Hichtallegorisirung der messianischen Weissagungen (unten S. 14, Anm. 8) s. Moses Ibn Esra’s Cap. über die Hyperbel (a. a. 0. S. 32). — Ueber die Bibelstellen, in denen scheinbar von der einstigen Ternichtung der Welt die Rede ist (unten S. 15) s. dasselbe Capitel Mo*es Ibn Esra’s (a. a. 0. S. 31). ג) Max Müller, bei Georg Runze, Sprache und Religion, S. 231: ״Die Hauptsache ist, dass man endlich das Wesen der Sprache begreifen lernt. Wie klar sprechen die Talmudisten es aus, wenn sie sagen: ״Die heilige Schrift spricht in der den Menschen verständlichen Redeweise.“