Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 99)
- Language
- German
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94 hefte. Er machte auch seinem Vorgesetzten sofort von dem Entschlüsse Mittheilung, Rami Muhammed Efendi nach Constantinopel begleiten zu wollen. Ruzzini schien auch in Würdigung der Yortheile, welche der fortan durch keine Rücksicht gebundene, ungehinderte Verkehr der beiden Männer der Republik unstreitig zu bringen yerhiess, durchaus geneigt, zu dieser Fortsetzung oder eigentlich Eröffnung der diplomatischen Sendung Conegliano’s seine Zustimmung zu geben, bald erklärte er jedoch, hierzu keine Befugniss zu besitzen. Conegliano trug sich aber trotzdem mit der Hoffnung, die er auch in seinem Schreiben vom 27. Januar bereits zum Ausdruck brachte1), den Botschafter zu dieser so verheissungsvollen Entlassung noch bewegen zu können. Die Abreise der Bevollmächtigten musste jeden Tag erfolgen. Conegliano glaubte, dass die Türken bereits am 31. Januar Carlovitz verlassen würden. Sie blieben aber bis zum 2. Februar, um erst am 5., nachdem ihnen von den Kaiserlichen bewilligt wurde, Peterwardein zu besuchen und von dem dort krank darniederliegenden russischen Bevollmächtigten sich zu verabschieden2), zur Weiterreise nach Belgrad aufzubreclien. Bis dahin glaubte Conegliano immer noch, auf die Erlaubniss, sich ihnen anzuschliessen, rechnen zu dürfen. Es war ihm noch die Ehre zu Theil geworden, an das Krankenbett des russischen Bot־ schafters nach Peterwardein berufen und von den Türken dringend zur Mitreise eingeladen zu werden. Rami hatte ihm sogar Geschenke anbieten lassen, die er für dieses Mal ablehnte; das andere Mal, auf das er Höflichkeitshalber den Kanzler verwies, werde aber, wie er in seinem Briefe nach Venedig hinzufügt, nicht ein treten3). Da die Türken auch noch in Belgrad sich aufhalten würden, so hoffe er, die Weisung des Senates, sich ihnen zur Verfügung zu stellen, noch rechtzeitig erhalten zu können. Allein auch dieser Zeitpunkt verstrich, ohne dass die erhoffte Weisung aus Venedig eingetroffen war. Dort hatte man mittlerweile vielmehr beschlossen, das Gefolge Ruzzini’s,!) S. Anhang V, 61. 2) Griind- und Umständlicher Bericht p. 10. 3) S. Anhang V. 56.