Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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95 die beiden Dragomane Carli und Fortis, den Fiscal Fondra und ebenso Conegliano zu dem Abgrenzungsw'erke des fortan der Republik gehörenden Gebietes nach Dalmatien zu beordern. In dem am 28. Februar ergehenden Briefe spricht der Senat die Erwartung aus, Ruzzini werde bereits in Wien eingetroffen sein und dem Gefolge den Befehl zur ungesäumten Abreise an den neuen Bestimmungsort ertheilt haben1). Aber erst am 28. März erfolgt, von beiden Botschaftern unterzeichnet, aus Wien die Antwort, Ruzzini werde im Sinne der bei seiner Rückkehr hier angetroffenen Befehle des Dogen am folgenden Tage die Dolmetscher mit Fondra und Conegliano die Reise nach Dalmatien antreten lassen2), wohin von Venedig aus als Commissär der Republik für die Grenzregulirungsarbeiten Giovanni Grimani sich bereits begeben hatte3). So war Conegliano, auf dessen Einfluss bei den Türken man zur Beseitigung aller noch entgegenstehenden Schwierigkeiten rechnen zu dürfen glaubte, in Dienste hinein gezogen worden, die er am Wenigsten erwartet hatte. Grimani selber hatte, wie aus der Zuschrift der Pregadi vom 21. März 1699 an diesen hervorgeht4), ausdrücklich gebeten, dafcs Conegliano mit Rücksicht auf dessen bekannte Geschicklichkeit ihm an die Seite gegeben werde. Wie sehr aber Rami Muhammed Efendi in Wahrheit darnach verlangte, Conegliano wieder in Constantinopel angesiedelt zu sehen, das sollte man in Venedig aus Briefen erfahren, die durch die ottomanische Grossbotschaft, die von der Pforte an die Republik abgeordnet wurde, ihm zugeschickt worden waren. So vernahm Conegliano aus einem am 14. Juli 1699 ihm zugekommenen Schreiben seines Freundes Omar, wie dringend der Kanzler sein baldiges Eintreffen in Constantinopel wünsche und dass er ihn auch auffördern lasse, seine Abreise mit der möglichsten Schnelligkeiten zu betreiben, und wie dort alle Freunde seiner bevorstehenden Abkunft sich bereits entgegenfreuten. Ja, man sah diese Uebersiedlung als so sicher und offenbar demnächst bereits ג) Ib. Nr. 34. 2) Ib. Nr. 35. 3) Garzoni a. a. 0. 813. * 4) S. Anhang V, 37.