Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 97)
- Language
- German
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92 kommen des Congresses beanspruchen könne, da es die Fäden geführt habe, die das Gewebe des Friedens von Carlovitz hersteilen werden. Es sei auch der türkischen Bevollmächtigten unwürdig, ein so grosses Ausgleichswerk an Kleinigkeiten scheitern zu lassen, wie auch die Verantwortung dafür auf sie zurückfalle, wenn statt des erwarteten Friedens neue Verwicklungen sich einstellen würden. Maurocordato meinte dagegen, Venedig habe Grosses erreicht, sein Bevollmächtigter habe wie ein Herkules gekämpft, allein auch einem solchen seien Grenzen gesetzt. In das sachliche Detail der dalmatinischen Fragen, in das Rami ihn verwickelte, konnte Conegliano sich nicht einlassen. Er musste sich darum begnügen, in mehr allgemeiner Weise das Entgegenkommen der türkischen Bevollmächtigten zu gewinnen und das Eine wenigstens zu erwirken, dass man die Republik nicht anders als die übrigen behandle, weil sie die kleinste der mit der Liga verbündeten Mächte und beim Friedensschlüsse zuletzt geblieben sei. Conegliano konnte mit dem wohlthuenden Bewusstsein das türkische Lager verlassen, von Maurocordato die Zu- Sicherung erhalten zu haben, sein Besuch werde der Republik nicht zum Schaden gewesen sein, und aus dem Munde Rami’s nach Hause melden zu dürfen, er, der während des Krieges bereits den Venezianern sich wohlthätig erwiesen, werde es noch mehr bei dem Werke des Friedens sein. Auch Ruzzini musste mit dem Ergebnisse dieses Besuches sich zufrieden erklären, obgleich er auch jetzt noch aus Lord Pagets Mienen sofort den Verdruss über diesen Gang Conegliano’s ablesen zu können glaubte, den die kaiserlichen Bevollmächtigten sogar offen bekrittelten1). Vielleicht war es ein Zeichen der errungenen Nachgiebigkeit, dass die Türken in dem Entwürfe des venezianischen Friedensvertrages jetzt wenigstens auf den Tribut von Zenta verzichteten, den sie, eine letzte Erinnerung an die Herrlichkeit ihres Grossherrn bei früheren Friedensschlüssen, bisher hartnäckig festhalten zu müssen meinten2). Eine Fortsetzung des Begonnenen war aber jetzt!) S. Anhang Y, 60 b. 2) Hammer a. a. 0. 922, 924. HTO>T*EBBHI ii