Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3122061-3122086--2798-3124206
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

91 würde, in Wahrheit der Türkei selber zu Gute komme und dass die Einstellung der Zollplackereien nur der Bereicherung des türkischen Staatssäckels dienen werde. Wie einst Colbert seinen Botschafter an der Pforte für die Herabsetzung der Zölle dadurch zu plaidiren anwies, dass Frankreich seinen Import an indischen Waaren aus den Häfen der Leyante beziehe und so die Zolleingänge der Türkei erhöhe1), so entwickelte hier Conegliano, wie es das wohlverstandene Interesse des Grossherrn gebiete, den Yenezianern Yergünstigungen zu gewähren, die im Gegensätze zu anderen Hationen, die selber ihre Schiffe nach Indien schicken und am Cap der guten Hoffnung vorbei mit Umgehung der Levante ihre Waaren einführen, über Cairo und Aleppo ihren Bedarf an indischen Artikeln decken und der Türkei eine wichtige Einnahmequelle eröffnen. Das sah Maurocordato ein, der denn auch sofort auf Treue und Ehrenwort versprach, auf diese Forderung einzugehen. Nur müsse es dem Grossherrn überlassen werden, diese Bewilligung zu ertheilen, die jetzt nicht mehr in die Capitulationen aufgenommen werden könne. Auch Barni stimmte diesen Ausführungen bei, meinte aber, dass dieser Punkt, wenn erst einmal der Ausgleich zwischen beiden Staaten erfolgt sein werde, mit Leichtigkeit sich müsse ebnen lassen. Dieser mehr ausweichenden Antwort glaubte Conegliano durch die Bemerkung enfgegentreten zu sollen, dass es nicht immer gut sei, dem Argwohne die Zügel schiessen zu lassen und unter mehreren Yertragschliessenden Einem Theil mit berechneter Härte zu begegnen. Er durfte, ein langjähriger Freund und ohne amtliehen Charakter, wie er war, es sich herausnehmen, seine mahnende Stimme gegen die fortgesetzte Kränkung Venedigs zu erheben, das in friedlichen Zeiten die freundschaftliche Verbindung mit dem Grossherrn mehr als irgend eine der Mächte geschützt und gepflegt habe. Man möge darum nicht wieder einen Frieden schliessen, in dem gleichsam die Saatkörn er des kommenden Krieges ausgestreut lägen, und der Verdienste nicht vergessen, die Venedig an dem Zustande- 1) Saint-Priest a. a. 0. 294. 4*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.