Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
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78 Herstellung der Kuppel der Grabkirche in Jerusalem, wo es sogar zu Blutvergießen und Todschlag gekommen war, hatten dazu beigetragen, die Spannung zwischen der französischen Botschaft und der Pforte zu vermehren. Man wusste bereits in Constantinopel, dass der Friede auf Grund des Besitzstandes aller Verbündeten, uti possidetis, geschlossen werden und in besonders ehrenvoller Weise für die Liga ausfallen würde. Daneben trug man sich freilich, wie Le Duc zur Darnachhaltung für die Signorie Conegliano nicht verschweigen zu dürfen meinte, im Geheimen mit der Hoffnung, bald einmal durch einen glückliehen Handstreich die Venezianer aus Morea hinausfegen zu können. Den Hof erwartete man für den Winter in Adrianopel. So hatte Conegliano in aller Stille mit den führenden Geistern der Türkei von Neuem an geknüpft und die alten Beziehungen befestigt. Er war jetzt sogar, mehr als es in Constantinopel der Fall war, mit Mauroeordato befreundet worden, der seine allezeit regen litterarisehen Bedürfnisse in Venedig durch ihn deckte und so noch am 26. August 1698 die neuesten lateinischen oder italienischen Werke über die letzten Kriege von ihm sich beschaffen liess1). Die Freundschaft Conegliano’s mit dem Reis Rami Muhammed Efendi war besonders durch den französischen Leibarzt desselben gepflegt worden, der nicht säumte, von jedem Fortschritte der Friedensfreunde nach Venedig zu berichten. Die Familien der beiden Aerzfce waren bereits während des Aufenthaltes Conegliano’s in Constantinopel in innigen Verkehr getreten, den selbst nach der gewaltsamen Trennung noch Aufmerksamkeiten und kleine Geschenke aufrechterhielten. Husein Köprili, der neue Grosswezir, der Reis Efendi und Alexandro Scarlatsade Mauroeordato waren jetzt das Triumvirat, das offen der Sache des Friedens mit allen Kräften diente. Es war auch nicht länger zweifelhaft, dass der Sultan für den Frieden mit der Liga gewonnen war. Schon im Monat Juni hatte der Grosswezir vom Grossherrn unter huldvollen Geschenken die Ermächtigung erhalten, für ג) S. Anhang V, 51 Ende