Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 82

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
85% known words query
IRI
…/3122061-3122086--2784-3124192
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

77 seit der Schlacht von Zenta wieder Minister des Auswärtigen, hatte Ali Efendi, wie dieser am 18. Juli 1698 nach Yenedig berichtet1), freudig bedeutet, jetzt werde Freund Israel bald wieder da sein, mit dem er sich dann in das Studium der Globen vertiefen wollte, die Conegliano ihm zum Geschenk geschickt hatte. Den Begleitbrief dazu hatte Giacomo Tarsia, der Bruder des Dragomans Tomaso, ins Türkische übersetzt2). Im Lager des Grossherrn zu Sofia sah man dem Eintreffen der kaiserlichen Botschaft3) entgegen, welche die Bereit- Willigkeit zum Eintritt in die FriedensVerhandlungen verkünden sollte. Le Duc konnte jetzt Conegliano die Schliessung des Friedens als sicher und nahe bevorstehend bezeichnen4). Daran konnte selbst der Entschluss der zwei Söhne des kranken Chans der Tartaren, die am 5. Juli 1698 mit 30.000 Mann nach Belgrad aufgebrochen sein sollten, um den Frieden zu verhindern, Nichts ändern. Die wachsenden Friedensaussichten der Türkei hatten die vordem so innigen Beziehungen zu Frankreich zu lockern angefangen5). Der allerchristlichste König war obendrein auch über den Yerlust zweier französischer Kirchen in Constantinopel verstimmt. Ein französischer Commissär war sogar abgeordnet worden, um den Yorfall genauer zu untersuchen. Zwei Kriegsschiffe Frankreichs waren vor Chios erschienen, über deren Zweck und Yorhaben ein Abgesandter des Botschafters Namens Fornete dem Grosswezir im Lager berichten sollte. Auch Streitigkeiten zwischen Griechen und Katholiken bei der ג) S. Anhang Y, 51. 2) S. Anhang Nr. 52. 3) Hammer a. a. 0. 910 n. 3. 4) S. Anhang Nr. 51. 5) Saint־Priest, Memoires p. 106 f. In einer Depesche aus Constantinopel vom 31. Dezember 1697 bei Hurmuzaki a. a. 0. Y, II, 293 wird der frühere mächtige Einfluss des Marquis de Chäteauneuf an der Pforte auf die Unterstützung durch einen Juden zurückgeführt: Divulgatasi le voci dela futura Pace nella Christianitä e molto dicaduto di stima l’Ambasciator Francese che qui risiede, e col mezzo d’un ebreo s’e conciliato un grand’ affetto, havendo assicurato i Turchi che il suo Re mai concludera la Pace con Cesare, e con gli altri Alleati se non vi saranno inclusi con lioneste conditioni anco Mussulmani. Der Jude ist offenbar Conegliano.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.