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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 8

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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3 ist '10011 selbst urkundlich von dem, was an Beweisen dieser Wirksamkeit nicht zu unterdrücken war, so viel erhalten, dass wir selbst von Juden im Rathe der Staaten, von jüdisehen Vertrauens männern vor Thronen und in Völkerbündnissen sprechen dürfen. Man hatte plötzlich die Entdeckung gemacht, dass auch in den Unterdrückten und Ausgestossenen eine Vertrauenswürdigkeit und Hingebung an die Interessen des Staates zu finden war, die sie zu jeder Sendüng geeignet erscheinen liess. Es ist eben die Vaterlandsliebe in der Menschenbrust so unabhängig von empfangenen Wohlthaten wie das Heimathsgefühl von der Beschaffenheit der Gegenden. Ja, die Erscheinung wiederholte sich, dass, wie um den schneidenden Contrast mit ihren noch nicht für geschichtsfähig erachteten Brüdern zu beleuchten, Männer unter ihnen aufstanden, die ein Strahl weltgeschichtlichen Lichtes beglänzt. So sind denn die Juden, über die Hintertreppe freilich in die Weltgeschichte hineingekommen. Wenn aber vorzüglieh die Republik Venedig und die Türkei die Staaten sind, in denen von dem Auftreten und der Verwendung jüdischer Staatsmänner die Rede sein kann, so hat dies in den Yerhältnissen dieser Reiche seinen durchsichtigen Grund. Was dort die Handelspolitik, die durch keine Rücksicht, aber auch durch kein Vorurtheil behinderte Verfolgung der kaufmännischen Interessen zu Wege brachte, das bewirkte in dem einzigen andersgläubigen Staate des christlichen Europa der Islam, der Juden und Christen gleich duldsam, d. h. gleich befangen gegenüberstand. War aber Venedig einzig in der Gelegenheit, die es auch Juden zur Erwerbung Wissenschaftliehet und gesellschaftlicher Bildung bot, so gab es kaum ein Land wie die Türkei und ihre Hauptstadt Constantinopel, wo auch für Juden ein Schauplatz zur Bethätigung der erworbenen Fähigkeiten in gleichem Masse sich eröfinete. War schon in anderen Ländern die den Juden allein unter allen öffentlichen Wissensfächern eingeräumte Medicin der archimedische Punkt gleichsam, von dem aus sie die ihnen entgegenstehende Welt von Hass und Vorurtheilen aus den Angeln heben konnten, so war hier vollends der ärztliche Beruf der Eingang selbst zur Staatskunst. Wer zum Leibl *

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