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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1895-01-01 · [18] für das Schlujahr 1845-95 (1895) · page 7

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[18] für das Schlujahr 1845-95 (1895)
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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2 Einrichtungen als Dornenhecke, an der sie sich wund rissen; sie sahen nur eine Weise, ihm zu dienen — als Dienende. Yon aussen um eine thätige Theilnahme am offen tlieben Leben betrogen und geprellt, verloren sie auch nach innen nur zu rasch jede Fühlung mit demselben. Der Sinn für die Sache des Staates ist in seiner Ausbreitung und Vertiefung überhaupt erst eine Errungenschaft Vergleichsweise neuerer Zeiten; in der Judengasse war er fast unbekannt. Man hieng nur durch Abgaben und Verfolgungen mit dem Staatswesen zusammen; das bürgerliche Leben brachte dem Ghetto sonst wenig Anregung und Abwechslung. Hier schien die Zeit stille zu stehen was man ersehnte, lag in weiter Ferne. Sie zählten nicht wie die Anderen; ihr Reich war wirklich nicht von dieser Welt. Das Menschenleben hatte hier wie die alten römischen Grabsteine nur seine eigene Aera; man lebte thatsächlich in anderen Jahrhunderten als die Uebrigen. So war man bei aller Energie und Entwickelung des confessionellen und des Erwerbslebens für das bürgerliche Leben gleichsam auf die vegetative Stufe zurückgefallen, durch Harren und Träumen, die unsichtbaren Waffen des passiven Widerstandes, allgemach auch um die Kraft zum Mitthun in öffentlichen Sachen gekommen. Gleichwohl darf aber auch von dem thätigen Antheil einzelner Juden an weltgeschichtlichen Vorgängen die Rede sein. Und nicht etwa bloss in dem Sinne, dass sie durch Vorschüsse und Lieferungen im Geschäfte der Staaten thätig gewesen sind, gleichsam als Holzspalter und Wasserschöpfer im Kesselhause der Weltgeschichte arbeiten durften, sondern dadurch, dass sie in ihr Räderwerk eingegriffen und ihren treibenden Kräften nahegestanden haben. Mehr als einmal haben Machthaber dieser Erde, selbst in den Ländern der Kirche. Juden in Stellungen kennen gelernt und anerkennen müssen,־ in denen ihr Einfluss auf die Begebenheiten der Staatengeschichte in Rechnung zu ziehen, zu fürchten oder zu suchen war. Ist auch ihre Rolle naturgemäss weniger an die Öffentlichkeit gekommen und geflissentlich verdunkelt worden, so dass der Antheil der Juden an dem, man möchte sagen, anonymen Stück Weltgeschichte kühn als weitaus grösser hingestellt werden darf, als quellenmässig bezeugt ist, so

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