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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 160

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 160)
Language
German
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IRI
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IBBB 150 A b r a 11 a 111 I b 11 I) ä 11 d. Der freie Wille. 9. Die heilige Schrift lehrt die Freiheit des mensch״ liehen Willens an Stellen wie Deut. 80, 19, Ez. 33, 11, Jer. 23, 21; ib. 19, 5, Jes 30, 1. Aus anderen Stellen wäre zu schliessen, dass Gott den Willen und das Thun des Menschen bestimmt und zwar zum Bösen (Exod. 7, 3, Deut. 2, 30, Jes. 19, 14, ib, 63, 17, I. Kön. 22, 20, Jer. 20, 7, ib. 4, 10), wie zum Guten (Ez. 36,27)1) Die Freiheit des Willens ist aber durch Vernunft, Schrift und Tradition2) bewiesen; man muss also die gegenteiligen Bibelstellen umdeuten, damit sie den die Willensfreiheit lehrenden nicht widersprechen. An Stellen, an denen — wie in Ez. 36, 27 — die Bestimmung des menschlichen Willens zum Guten ausgesagt wird, soll damit nur gesagt sein, dass die freie Entschliessung des Menschen, das Gute zu thun, durch Gott gefördert wird, indem Gottes Fürsorge durch die Mittelwesen dem zu Tlieil wird, der sich durch das Streben Gott näher zu kommen, dessen würdig macht. Die Frevler hingegen werden ihrem Entschlüsse, das Böse zu thun, überlassen, Gottes Fürsorge wird ihnen nicht zu Theil, und das wird als Bestärkung im Bösen, als Verhärtung ihres Herzeus durch Gott umschrieben3). In I. Sam. 26, 10 sind die drei möglichen Arten irdischer Begebenheiten — soweit sie nicht vom menschlichen Willen abhängen — angedeutet: unmittelbar von Gott ausgehende Wirkungen, Wirkungen natürlicher Ursachen, Wirkungen des Zufalles4). Manche Gebote, wie Deut. 20, 8 und 22, 8, zielen darauf hin, die Menschen vor bösen Zufällen zu bewahren5). die Gewissheit des künftigen Lebens die Märtyrer nicht so viele Leiden erlitten hätten; s. oben S. 33. 0 Einl. Anf.; s. oben S. 141, A. 2. 2) השכל והכתוב רד,קבלה, s. oben S. 60. Von der Tradition heisst es S. 84, z. 9: ודברי חכמינו ז״ל מקובלים אצלינו כדברי הנבואה. 3) II Ende (S. 97 und 98). 4) S. 97, s. oben S. 134. 5) S. 97. — Vgl. Guttmann, 8. 205 ff; Knoller, Das Problem der Willensfreiheit. S. 53 fl‘.

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