Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 141)
- Language
- German
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' Je 1111 da Hall evi. - 131 Chaber zunächst mit dem Hinweise auf die Thatsache, dass dieselben Weisen in der Auslegung von Traditionssätzen der Mischna und Baraitha mit ausserordentlicher Genauigkeit vorgehen und in der pünktlichen Erklärung derselben auch dem Wortlaute der zu erklärenden Sätze Rechnung tragen; wie könnte angenommen werden, dass sie in der Erklärung von Bibelsätzen hinter unseren Kenntnissen zurückgestanden wären?1) Man muss vielmehr entweder annehmen, dass die Methode der Schriftauslegung, wie sie von den Weisen des Talmud geübt wurde, auf einer uns nicht mehr bekannten Ueberlieferung beruhte, welche sich an die Anwendung der bekannten dreizehn Regeln (R. Ismaels) anschloss; oder dass sie die Bibelverse nur als Stütze eines überlieferten Lehrsatzes benützten, nach der Methode, welche sie selbst als אספבתא, Anlehnung bezeichnen, indem der betreffende Bibelvers als Zeichen2) für den überlieferten Inhalt angewendet und demgemäss ausgelegt wird. So wenn Gen. 2, 16 so ausgelegt wird, als ob in diesem Yerse die sieben noachidisehen Gebote enthalten wären3).. Wie entfernt ist der Wortlaut des Yerses von solchem Inhalte! Man muss annehmen, dass die genannten sieben Gebote überliefert waren und dass sie zur leichteren Bewahrung im Gedächtnisse an diesen Vers als Zeichen geknüpft wurden4). Man kann auch beide Annahmen gelten lassen, um das exegetische Verfahren der alten Weisen zu begreifen; vielleicht hat dieses noch andere Gründe, die uns unbekannt sind5). Was die der Vernunft wiederstrebenden Agadasä tz e(i) betrifft, so sind sie zum Theile nichts als — ge- 1) III, 68—71. 2) Arab. עלאמה, weiter unten סימן. Ibn Esra hat dafür gewöhnlieh זכר, 3) Sanhedrin 56 b. 4) Es ist dieselbe Theorie, welche A. Ibn Esra in seiner Auffassung der traditionellen — namentlich der halachischen — Schriftauslegung, insofern sie vom einfachen Wortsinne ab weicht, anwendet. S. mein: Abr. Ibn Esra’s Einleitung zu seinem Pentatouch-Comm. S. 54. 5) III, 73 Anfang. ü) J. H. unterscheidet דרשות von הגדות (III, 68), ebenso wie die Gaonim Scherira und Hai (Harkavy, Kesponsen der Gaonim. N. 9*