Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3122061-3122080--2358-3124053- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Elijah 1× ep/1004307
OCR text
^•ae^rtraaBmeBaaEBM 128 Jeliutla ׳ Halle vi. der Offenbarung würdig machenden hohen Range als Auslese der Menschheit erregen könnte. Denn nur ein geringer Bruchtheil des Volkes nahm an der Sünde Theil (Exod. 32, 28), und diese Sünde bestand darin, dass sie einer im Alterthum allgemein verbreiteten Anschauung huldigend mit dem selbstverfertigten Bilde einen sichtbaren Gegenstand der Verehrung haben wollten, ohne aber die Herrschaft Gottes zu leugnen, der sie aus Aegypten geführt hatte. Auf das Goldkalb wollten sie hinweisen, wenn sie die Wunder ihres Gottes erzählten (Exod. 32, 4), so wie die Gläubigen nachher auf die nach Gottes Geheiss verfertigte Lade aus Akazienholz hinwiesen1), so wie wir noch heute auf den Himmel hinweisen, als den Ort, in dem sich Gottes Wille unmittelbar kundthut. Sie sündigten also, indem sie das Verbot der Verfertigung eines Bildes übertraten und indem sie göttliche Einwirkung einem willkürlich ohne göttlichen Befehl gemachten Gegenstände zuschrieben2). Auch der Kälberdienst Jarobeams ist nicht als Abfall vom Gott Israels und seiner Lehre zu betrachten. Nicht auf diesen, sondern auf den Baalsdienst Achabs bezog sich das Wort Elija’s (I. Kön. 19, 10): Geeifert habe ich für den Ewigen, den Gott Israels3). Denn die religiösen Handlungen Jarobeams und derer, die ihm folgten, galten dem Ewigen, dem Gotte Israels, ihre Propheten waren Propheten des Ewigen. Auch Jehu schaffte nur den Baalsdienst, nicht den כטא פעל אלמומנון בתאבות מן סיעה קאילין אן אלרב הנאך (ג. statt מן סיעה ist nach Goldzihers (Z. d. D. M. G. XLI, 698) Verbesserung מן סנטה (aus Akazienholz) zu lesen, hingegen die von Ihn Tibbon gegebene Aenderung der »Gläubigen« in »Philister« (die auch Hirschfeld annimmt, S. 35) abzulehnen. Denn J. H. meint nicht den einzelnen in I Sam. 4, 10. berichteten Fall, sondern jene Anschauung von der Lade, als Stätte der Gottesgegenwart, welche er selbst bei Ge- ]egenlieit des Gottesnamens אדני darlegt. S. oben S. 121, wo auch der Hinweis auf den Himmel erwähnt ist. 2) I, 75. Die Entschuldigung, die das. Aharons Theilnahme an der Sünde erhält, ist ungefähr dieselbe, welche Ihn Esra zu Exod. 32, 1 im Namen Saadja’s anführt. 3) J. H. liest, wie die Fortsetzung zeigt, nicht לה׳ אלהי צבאית, sondern לה, אלהי ישראל. Einige Handschriften bei Kennicott haben auch diese Leseart (vgl. dazu I Kön. 17, 1, 14 und 18, 30).