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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 137

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 137)
Language
German
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IRI
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Je kn da Halle vi. 127 9. Die biblischen Geschichtserzähler1) berücksichtigen nicht die verborgenen Umstände der Begebenheiten, der bibl. sondern berichten bloss das Bekannte und offen- Geseliielitserkundig Gewordene. Deshalb wird bei Josua nichts Zahlung, erwähnt von seinem Wissen, das er von Gott und Kälberu. Moses empfangen hatte, wol aber erzählt derGeschiehts- Höl1endienst. Schreiber die Ereignisse des Jordanüberganges, des Still- Standes der Sonne, der Beschneidung des Yolkes, weil diese dem ganzen Yolke bekannt w^aren. Dasselbe gilt von der Geschichte Simson’s, Debora’s, Gideon’s, Samuel’s, David’s, Salomo’s, die nichts über ihr Wissen und über die von ihnen bewahrten religionsgesetzlichen U eberlieferungen enthält. Während von Salomo’s grossen Tafelbedürfnissen und seinem Ungeheuern Reichthume erzählt wird, erfahren wir nichts von den wunderbaren Kundgebungen seiner Weisheit, mit Ausnahme des bekannten Urtheils (I. Kön. 3, 16 ff.), w־eil dieses vor einer grossen Yolksmenge gefällt w7urde. Denn der biblische Yerfasser wollte bloss das bei der Menge Bekannte berichten, während die speeiellen Begebenheiten, deren Träger einzelne Persönlichkeiten waren, für uns mit geringen Ausnahmen verloren sind; erhalten haben sich besonders die Erzeugnisse der prophetischen Beredsamkeit, welche im Gedächtnisse zu bewahren den Leuten am Herzen lag, ob der Herrlichkeit des Inhaltes und der retorisclien Schönheit der Sprache2 * * *). Die Yerfertigung und Anbetung des goldenen Kalbes, die so bald nach der Offenbarung am Sinai folgte, darf nicht als eine solche Sünde betrachtet werden, die auf das ganze Yolk Israel einen Schatten werfen und Zweifel an seinem, mit dem ausdrücklichen Vorbehalte (98, 22, Cassel 136), dass er damit durchaus nicht die wahre Bedeutung dieser Gesetze gefunden zu haben glaube; es können denselben vielmehr viel wunderbarere und erhabenere Absichten zu Grunde liegen. Einen ähnlichen Vorbehalt sendet er der Deutung der Unreinheitsgesetze voraus (II, 60 Anf). Vgl. auch I, 91 Auf.!) S. den dabei angewendeten Collectiv-Ausdruck oben S. 117, Anm. 5. 2) III, 63, bei Gelegenheit der mit dieser Grundregel der bibl. Geschichtserzählung gerechtfertigten Berichte in Nohemia 8, 14 und 13, 1 (»man fand geschrieben«), die scheinbar die ITnkenntniss der Thora in den ersten Zeiten des zweiten Tempels beweisen.

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