Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3122061-3122080--2350-3124045- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
120 Jekuda Hallevi. glichen werden kann, in welchem Sinne gesagt ist (Exod 15, 11): Wer ist wie du unter den אליט (Kräften)1). לרןד1ש heilig, drückt den Gedanken aus, dass Gott zu erhaben ist, als dass irgend ein Attribut erschaffener Wesen zu ihn! passte, wenn er auch in übertragenem Sinne mit demselben benannt ist. Darum hörte Jesaia (6, 3) ein bis in’s Endlose sich wiederholendes ״Heilig״ als Lobpreisung Gottes, die ihm bedeuten sollte: Er ist zu erhaben, als dass irgend eine der Unreinheiten des Yolkes, unter welchem seine Herrlichkeit weilt, ihm anhaften könnte: und darum sah er auch Gott auf einem ״hohen und erhabenen Throne“ (ib. Y. 1). קדוש bezeichnet das rein Geistige2), dass sich nicht yerkörperlicht und dem Nichts, was dem körperlichen Wesen anhaftet, beigesellt werden kann. Der ״Heilige Israels“ heisst Gott, insoferne der Gottesgeist sich mit dem Stammvater Israel und dann mit dem von ihm stammenden Yolke verband, um sie zu leiten und zu lenken. ״Mein Gott, mein Heiliger“ (Habak. 1, 12) darf nicht wer immer sagen, hochstens in übertragener Bedeutung, dnrch Anschluss an Jemanden, der berechtigt ist, Gott so anzusprechen. In eigentlichem Sinne darf nur der Prophet und der — inspirirte — Fromme so sprechen, mit denen der Gottesgeist sich yerbindet. Deshalb sagt man zum Propheten (I Kön. 13, 6),: Flehe doch zum Ewigen, deinem Gotte! — Yermöge ihrer Erhabenheit im Yerhältniss zu den übrigen Nationen wird auch die Nation Israels als heilig bezeichnet (Lev. 19, 2)3). אדוני, eigentlich ״mein Herr“ als Anrede eines Gegenwärtigen, ist ein Hinweis auf irgend eine örtlich begränzte Erscheinung, in welcher Gottes unmittelbare Gegenwart erkannt wird. Denn obwol man auf Gott, als über jede örtliehe Beschränkung erhaben, eigentlich nicht hinweisen kann, so wird dennoch gesagt, das Gott im Himmel ist (Ps. 123, 1, Koh. 5, 1), weil der Himmel ohne Mittelursachen ein Werkzeug des göttlichen Willens ist, weshalb dann später 13 Ib. ib. 2j Bei Kaufmann (S. 162) lautet der Text irrtliümlicli: פיבני בקדוש עקל רוחאני anstatt ען אל) פ׳ ב, ען אלד als עקל gelesen), daher seine Uebersetzung »reingeistige Intelligenz«. 3) Ib. ib.