Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 119)
- Language
- German
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Jeh 11 da Hallevi. 109 2. Der von Moses den Israeliten übergebene Text des Pentateuchs war unzweifelhaft ohne Punktation und j>ie xjeherliefe- Accentuatiou, hatte also die Form, die noch jetzt rung des die in der Synagoge gebrauchten Thorarollen zeigen, Bibeltextes, da anderenfalls, wenn die Urschrift des Pentateuchs bereits mit der Punktation ausgestattet gewesen wäre, die rituelle Form der späteren Abschriften keine andere hätte sein können. Eine etwaige Änderung auf Grund allgemeiner Yerabredung, wonach man in irgend einem Zeitpunkte die Punktation weggelassen hätte, ist ebenso undenkbar, wie dass die Modificirung irgend eines bis auf den Auszug aus Aegypten zurückreichenden und an denselben erinnernden und seither stets geübten Gebotes nicht hätte stattfinden können, ohne dass sich dagegen im Volke ein Protest erhoben hätte1). Ebenso unzweifelhaft ist es, dass der Text mit seiner Vocalaussprache und seiner Betonung2) im Gedächtnisse bewahrt wurde : durch die Priester, welche die Gesetze über den Dienst im Heiligthum und die dem Volke zu ertheilenden gesetzlichen Entscheidungen (Lev. 10, 11) kennen musten; durch die Könige, wegen der in Deut. 17, 11 zu lesenden Verordnung; durch die Richter, da sie die Rechtssatzungen kennen mussten; durch die Mitglieder des grossen Rathes, weil sie die Träger der nach Deut. 4, 6 in der Thora gegebenen und Israel auszeichnenden Weisheit und Einsicht waren; durch die Frommen, um ein gottgefälliges Werk zu üben, selbst durch die Heuchler, um sich hervorzuthun. Als Zeichen nun für die Y011 Moses mündlich überkommenen!) III, 30. Worte des Königs auf die Frage des Cliabers, wie er sich das von Moses dem Volke übergebene Thoraexemplar vorstelle. Cassel (S. 237) übersetzt unrichtig: »Nun ist es aber unmöglich, dass die Vocalisirung nach Verabredung unter dem Volke entstanden . . .« Auch Hirsehfelds Uebersetzung (S. 144) ist nicht klar. 2) Die Vocalausspraclie umschreibt J. H. durch die Worte ע .אלפתהד; ואלקמצה ואלכסרר. יאלאטלאד, ואלשבא« ersten drei Worte, im Arabischen die Namen der drei Vokale dieser Sprache, bezeichnen bei Jehuda■ Hallevi die drei Grundvocale des Hebräischen (II, 80). אמאלה (hebr. נטייה), im Arabischen die Umlautung des a in e, eigentlich »Hinneigung« des A-Lautes. zum I-Laute, scheint bei J. H. in weiterem Sinne genommen zu sein, als Ausdruck für die aus den drei Grundvocalen durch Umlautung sich ergebende Vocalausspraclie, welche durch