Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 118)
- Language
- German
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108 J e 1111 da Ha 11 evi. die also nicht Gegenstand der Furcht oder Hoffnung sein können. In dieser Wendung der sonst zur Begründung der Pflicht philosophischen Gotteserkennens1) dienenden Bibelstelle, um gerade aus ihr die Pflicht des auf geschichtlicher Grundlage ruhenden Gottesglaubens zu beweisen, zeigt sich auf die bündigste Weise der Gegensatz zwischen Jehuda Hallevi und den anderen jüdischen Denkern vor und nach ihm, die das Judenthum mit dem philosophischen Erkennen in Zusammenhang und Einklang zu bringen bestrebt waren. Hach J. H. enthält die Religion Nichts, was durch den Augenschein (die Erfahrung) und durch Argumentation umgestossen werden könnte2); die Israel offenbarte Lehre bedarf aber auch nicht der Bestätigung durch die Ergebnisse der philosophischen Speculation, noch können diese den Inhalt der offenbarten Lehre hinfällig machen. Yon einer philosophischen Exegese kann in Jehuda Hallevi’s System nicht die Rede sein; hingegen beruht dieses Sy stein unmittelbar auf Bibelexegese, auf systematischer, bestimmte Grundgedanken zur Geltung bringender Auffassung und Auslegung der geschichtlichen Erzählungen der heiligen Schrift, zunächst des Pentateuchs, sowie ihrer auf Gott und Gottes Gesetz bezüglichen Lehren. Nur in allgemeinen Umrissen sollen im Folgenden die Haupttheile dieses Systems nach ihrer bibelexegetischen Seite dargestellt worden. Zum Schlüsse seien die beachtenswerthesten, im Kusari und durch Abraham Ibn Esra erhaltenen Einzelerklärungen Jehuda Hallevi’s zusammengestellt.!) S. auch Maimunis Führer III, 51, Ihn E 8 r a’s Excurs zu Exod. 20, 1. 2) I, 67 Auf. Unrichtig übersetzt Kaufmann, Geschichte der Attributenlehre, S. 136: »dass die Thora Etwas vorbringe, was gegen Augenschein und Beweis verstiesso«. Auch die andere ebendas, von K. citirte Stelle. I, 89 Anf., enthält nicht den Gedanken, dass die Thora nichts Widersinniges enthalte : denn die Worte ,שיבוא בתורד sind nicht im arabischen Original zu ergänzen, sondern in der Uebersetzung zu streichen. Wie auch der Zusammenhang zeigt, weist J. H. dort bloss den Gedanken zurück, dass der jüdische Gottesbegriff etwas enthalte, was von der Vernunft als widersinnig (absurd) verworfen würde. Vgl. auch die von Hirschfeld• in den Xoteu zu seiner Ausgabe, p. XXVI, X. 82, citirte Paraphrase des Commentators Caspi zu unserer Stelle.