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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 117

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 117)
Language
German
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IRI
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107 Jeli 11 da Hallevi. Lehren der Philosophie eine zusammenhängende Darstellung, aber nur als Anhang (im fünften Buche), und mit der ausdrücklichen Warnung, diese Lehren und ihre Voraussetzungen nicht etwa als unzweifelhafte Wahrheit anzunehmen und mit Aufdeckung der Schwächen und Irrthümer, welche verschiedenen in der Zeitphilosophie als untrüglich hingestellten Lehrsätzen und Beweisführungen anhaften. Yon einem Hineintragen philosophischer Begriffe und Grundanschauungen in die heilige Schrift kann also in Jehuda Hallevi’s Bibelexegese nicht die Bede sein. Die Deutung der ersten Yerse des Schöpfungsberichtes auf Grund der philosophischen Kategorien erwähnt er nebenbei bei Gelegenheit einer Reproduktion der philosophischen Lehrmeinungen1). Eine der beliebtesten biblischen Belegstellen für die Pflicht, Gott auf dem Wege der Speculation zu erkennen, I Chr. 28, 9, weist er zurück, als yon den K a r ä e r n herrührend2), obwohl schon Saadja und Bachja sich dieses Verses auf die gleiche Weise bedient hatten3) und J. H.s Zeitgenosse und Freund, Joseph Ihn Zaddik, gerade diesen Bibelvers gleichsam als Losungswort seiner Beligionsphilosophie benützte4). Vielmehr — so erklärt J. H. — eifert David mit den Worten ״Erkenne den Gott deines Vaters“ seinen Sohn dazu an, in der Gottesverehrung sich seinem Vater und seinen Ahnen anzuschliessen, in dem Glauben an den Gott Abraham’s, Isaaks und Jakobs, über denen Gottes Vorsehung waltete und denen er seine Verheissungen erfüllte. Ebenso bedeutet in dem Ausdrucke ״die du nicht erkannt hast“ (Deut. 13, 3) das Verbum ידע nicht etwa die speculative Erkenntniss, sondern die geschichtliche Erfahrung : ״von denen du weder Gutes, noch Schlimmes erfahren hast,“ betitelten Werke oft auf die Geringschätzung zurück, die dem Judenthum zu Th eil wird. S. besonders I, 4, IV, 21 und andere von Hirschfeld (Einl. zur deutschen Uebersetzung, p. XXXV) c-itirte Stellen. ב) V, 2 Ende; s. oben S. 85, Anm. 2. 2) v, 21 Ende: ועזוב ראיית הקראיים) ודע אסתשהאד אלקראיין). 3) S. oben S. 82 und 60. 4) S. oben S. 99. Als Vertreter des von J. H. perliorrescirten Kal&rn (dogmatische Speculation) unter den Juden nennt er auch V. 15 die Karäer, s. auch V. 2 Anfang.

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