Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
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86 Abraham b. Chi ja. bemerkt hier A. b. C11., dass man unbedenklich so erklären dürfe, da die Erklärung mit der wissenschaftlichen Erkenntniss in Einklang sei und auch dem Sprachgesetze nicht widerspreche1). Aus den weiteren Ausführungen A. b. Ch.’s über die Schöpfung seien noch folgende Einzelheiten hervorgehoben. Mit den Worten להאיר על הארץ, Gen. 1, 15, ist angedeutet, dass aus den Gestirnen durch Gottes Willen die belebende Kraft auf die Erde ausströmte, um die am fünften und sechsten Tage in’s Dasein gerufenen Gattungen der Lebewesen zu erschaffen2). — Beim ״Lichte״, der Schöpfung des ersten Tages zeigen die Ausdrücke יהי und ויהי an, dass es für ewige Dauer erschaffen sei. Himmel und Gestirne sind zwar auch mit dem Schöpferworte יהי in’s Dasein gerufen (1, 6, 14) und verharren deshalb in unveränderter Form, aber ihr Entstehen wird mit ויהי כן (Y. 6 und 15) angegeben, gleichsam zur Einschränkung ihrer Unvergänglichkeit, wie denn Himmel und Gestirne dereinst vergehen werden (Jes. 51, 6, ib. 13, 10). Die übrigen Wesen, bei deren Er- Schaffung das Schöpfungswort יהי fehlt, sind vergänglich. Diese irdische Vergänglichkeit ist auch dem Menschen beschieden; hingegen ward ihm die Unsterblichkeit in der kommenden Welt zu Theil, angedeutet in dem Schlussberichte von seiner Schöpfung durch das Wort ויהי (Gen. 2, 7). Der bei dieser Gelegenheit angewendete bestimmende Artikel in האדם soll andeuten, dass nur bestimmte, dessen würdige Menschen, nicht Alle; der Unsterblichkeit theilhaftig werden3). — Während die Erschaffung der untersten Thiergattungen durch ברא allein ausgedrückt ist (1, 21), die Erschaffung der oberen Thiergattungen durch 25 ,1) עשה) lind 19 ,2) יצר), werden beim Mensch, als der höchsten Stufe der irdischen Lebewesen, alle drei Ausdrücke angewendet (1, 27; 2, 7; 1, 26 und 5, 1). Diese drei Ausdrücke finden sich vereint in Jes. 1) 3 b f: ♦ . . ואל תהי מבין ממנו טעם מים ממש כי זה אין אנו צריכין להעלותו על לב כל זמן שאנו מוצאיךדרך ישר בפירוש מן הכתוב שהוא הולך על דרך החכמה והמדע ואינו יוצא ממנהג הלשון. Dass מים auch »Form« bedeute, liat er oben mit sprachlichen Gründen bewiesen. 2) 4 b unten. 3) 6 a b.