Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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76 B ac 11 j a I b n P ak u cl a. eigenen Macht stehen und dass er in Allem, was er tliut, seinem freien Willen folgen könne, weshalb er auch Lohn oder Strafe erlange (Deut. 30, 15, 19, Mal. 1, 9, Hiob 34, 11, Proy. 19, 3). Die Antwort der Vernunft, die verschiedene Versuche, die grosse Schwierigkeit zu lösen, erwähnt, geht dahin aus, dass das menschliche Denken unzulänglich ist, um das dieser Schwierigkeit . zu Grunde liegende göttliche Geheimniss zu ergründen. Mit Bezug darauf spreche David in Ps. 131 seine Beruhigung und Ergebung in Gottes Willen aus1). Das Jenseits in der Bibel. 7. Von der jenseitigen Vergeltung ist in der Bibel aus verschiedenen Gründen nicht die Bede2). 1. Die Form der vom Körper getrennten Seele ist uns nicht bekannt, wir können uns daher auch weder ihre Freuden noch ihre Schmerzen vorstellen. Für den Einsichtigen enthält die 11. Schrift jedoch auch Andeutungen des jenseitigen Lebens; so Sach. 3, 7, wo mit den Worten ״ich gebe dir Wandel zwischen den hier Stehenden“ (den Engeln) gesagt ist, dass die Seele nach dem Tode, wenn sie im irdischen Dasein durch gute Handlungen sich geläutert hat, zu der körperlosen, rein geistigen Beschaffenheit der Engel zurückkehrt3). — 2. Die jenseitige Vergeltung war dem Volke als überlieferte Lehre von den Propheten her, oder — für die geistig höher Stehenden — als Ergebniss der Vernunftgemässen Speculation bekannt. Deshalb wird sie in der 1) III. 8. S. Kaufmann, S. 95 ff. — In V, 5 (8 b) ist es der böse Trieb, dem B. die Gründe für und gegen den freien Villen in den Mund legt, an Bibelstellen einerseits Jes. 44, 24, andererseits Prov. 22, 5, ib. 19, 3, Mal. 1, 9. Vgl. auch IV, 4 (70 a b). S. noch oben bei Saadja, S. 27. — Als eine Grundbedingung des Gottvertrauens nennt B. (IV, 3, 63 b) die Erkenntniss von der Vorherbestimmung alles Geschehenden durch Gott. Darauf habe Kolieletli hingewiesen, 3, 1—8, ib 9, 11, ib. 5, 8. Dass aber die Gesetze des göttlichen Verfahrens zu gelieimnissvoll und unergründlich sind, als dass sie der menschlichen Einsicht zugänglich sein könnten, lehrt Jes. 55, 9. 2) לא פירש מדם מנביא מאומד בספרד. Damit ist zunächst Moses und die Thora gemeint, doch bezieht sich die Bemerkung auf die ganze heilige Schrift. 3) S. oben S. 75.