Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 84)
- Language
- German
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74 Ba c 11 j a Ib n P ak.11 da. Auffassungsfäbigkeit und unserem Denkvermögen angepasst, wegen der Notwendigkeit, Gott unserer Erkenntniss näher zu bringen und ihn in unserem Geiste hoch zu stellen, während er über alle diese Aussagen unendlich erhaben ist, ״erhaben über Preis und Lob“ (Neli. 9, 5). Der Mensch. Der freie Wille. 6. Die Verpflichtung, die erschaffenen Wesen zum Gegenstände der Betrachtung zu machen und yon ihnen Die Schöpfung. gewejse f^r cBe Weisheit des Schöpfers zu erbringen, ist biblisch aus folgenden Stellen der heiligen Schrift herzuleiten : Jes. 40, 26, Ps. 8, 4, Jes. 40, 21, ib. 42, 18, Koh. 7, 2, ib. 2, 14, Proy. 4, 181). Die Betrachtung der in der Schöpfung sich kundgebenden göttlichen Weisheit kann sich auf folgende sieben Hauptgegenstände erstrecken2) : 1. Die Gesetzmässigkeit des Uniyersums und seiner Theile, s. Hiob 38, 10 f., Ps. 119, 89. 2. Der Mensch, eine Welt im Kleinen, als Vollendung der grossen Weltordnung, ihre Schönheit, Zier und Vervollkommnung, s. den 8. Psalm. 3. Der körperliche Organismus des Menschen, seine Seelenkräfte und das ihn auszeichnende Licht der Vernunft, s. Hiob 10, 8 ff.3). 4. Die Thierwelt, s. Hiob 38, 41 ff.4). 5. Die Pflanzen und Mineralien, s. I Kön. 4, 13. 6. Die dem Menschen gewordene Fähigkeit für Wissenschaften und Künste, s. Hiob 1) II, 2. Die ersten drei dieser Bibelstellen mahnen zur Betraclitung des Himmels und der Erde, die vierte malmt im Allgemeinen, zu sehen und zu hören, die Sinne nicht den Eindrücken der Schöpfung zu verschliessen; die beiden letzten Stellen mahnen daran, die »Augen im Kopfe« zu benützen und im Lichte zu wandeln und weisen auch auf das Dunkel hin, das den Thoren umfängt. Was Koh. 7, 2 betrifft, scheinen die Schlussworte: »der Lebende nimmt es sich zu Herzen« in dem Sinne gedeutet zu sein, dass der Mensch die Pflicht stiller Erwägung der sich ihm darbietenden Erscheinungen hat. 2) II, 4. 3j In II, 5 führt B. aus, dass diese Seite der Betrachtung die dem Menschen zunächst liegende ist, und er wendet darauf Hiob 19, 26 an: »von meinem eigenen Leibe erblicke ich Gott«. Daselbst führt er auch Ps. 139 an, zum Beweise dafür, dass Selbstbetrachtung den Menschen zum Erkennen der Grösse und Gnade Gottes leitet. Ferner citirt er Ps. 35, 10 a. 4) In II, 5 (39 a) citirt B. auch Ps. 147, 9.