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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 82

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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72 Baclija Ibn Pakuda. haben die erwähnte körperliche Ausdrucksweise in weitestem Umfange angewendet, gemäss dem Verständnisse der Menge und in der Sprache, welche die Menschen untereinander gebrauchen1). Auf den geistigen Gehalt jener Ausdrucksweise giebt die heilige Schrift für die im Denken Höherstehenden ebenfalls Andeutungen, wenn auch in geringer Anzahl. So verhält es sich auch bei anderen Gegenständen geistigen Inhalts, dass die heilige Schrift sich hinsichtlich ihrer näheren Erkenntniss auf die Vernunft verlässt und nur mit Wenigem auf sie hindeutet; so die jenseitige Vergeltung, so die "Wissenschaft von den Herzenspflichten2). AVer zu forschen und zu denken vermag, wird von diesen Andeutungen geleitet, die geistige Stufe der Erkenntniss erreichen, denn (Prov. 28, 5) ״die den Ewigen suchen, werden Alles verstehen“. Gegen die verähnlichende und verkörperlickende Vorstellung von Gott enthält übrigens die heilige Schrift ausdrückliche "Warnungen und Belehrungen, so Deut. 4, 15, ib. V. 123), Jes. 40, 1ST ib. Y. 28, Ps. 89, 7, ib. 86, 8 u. andere. Dem Bewusstsein der Unmöglichkeit, Gott sich vorzustellen, entspringt auch die Thatsache, dass in der Bibel Gottes Lobpreisung oft auf seinen Hamen bezogen wird, z. B. Heb. 5 ,9־, Deut. 28, 58, Ps. 99, 8, Mal. 2, 5, ib. 8, 20, Ps. 68, 5. Gottes Harne wird zuweilen näher so bestimmt, dass er als Gott des Himmels und der 1) Dazu die Bemerkung: ,ועל כן אמרו רז״ל בדומה לענין זד, דברד תורד, כלשון בני אדם. Aus der Art, wie Bacdija den alten exegetischen Grundsatz (s. Die Agada der Tannaiten I, 245 f.) liier einführt (.בדומד לענין זד,) scheint hervorzugehen, dass er sich dessen bewusst ist, dass derselbe ursprünglich nicht auf die menschliche Bedeweise von Gott gemeint war. Gegen die Ansicht Schmiedels (Studien 247), dass dies• gerade die ursprüngliche Bedeutung. des Grundsatzes war, spricht die bedeutsame Thatsache, dass Saadja ihn in solcher Bedeutung nicht kennt. Mit Ibn Kor eise 11, Dü nasch Ibn Lab rat und Jakob b. Nissim (alle drei Nordafrikaner), sowie Menachem b. Saruk gehört Baclija zu den Ersten, bei denen wir ihn so angewendet finden. In noch weiterer Anwendung bedient sich unseres Satzes Jeh. Hallevi am Schlüsse des Kusari (V,~27). 2) S. oben S. 67 f. 3) Die Worte ותמונה אינכם רואים enthalten nach Bachja die Warnung davor, sich Gott in irgend einer Gestalt oder Aelinlichkeit zu denken.

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