Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 81)
- Language
- German
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Bachja Ibn Pakuda. 71 die einen auf eine Aeh.nlich.keit und körperliche Form hin, z. B. Gen. 1, 27, ib. 9, 6, Num. 9, 18, Jes. 45, 12, Num. 11, 18, Ps. 24, 4, Gen. 6, 8, ib. 8, 21, und andere Stellen, wo Gott körperliche Glieder zugeschrieben sind; andere weisen auf Bewegungen und körperliche Handlungen hin, z. B. Gen. 8, 21, ib. 6, 5 und 6, ib. 11, 5, ib. 8, 1, ib. 11, 1, Ps. 78, 65 und andere Stellen, wo Gott menschliche Handlungen beigelegt sind. Unsere alten Lehrer haben in der Uebersetzung & der heiligen Schrift (im Targum) diese Attribute nach Möglichkeit so umschrieben, dass sie anstatt Gottes seine ״Herrlichkeit“ nannten und so die Yerkörperlichung Y0n Gott ferne hielten1). Ausführlich hat diesen Gegenstand der Gaon Saadja erörtert2). Es ist allgemein anerkannt3), dass nur die Notwendigkeit dazu führte, yon Gott in Yerkörperlichender Ausdrucksweise zu sprechen und ihm Attribute erschaffener Wesen zuzuschreiben. Wenn die Propheten nicht diese Mittel gebraucht, wenn sie über Gott in rein geistiger (abstracter) Weise gesprochen hätten, so hätten die Menschen weder die Worte, noch die Gedanken verstanden und eine Yerehrung Gottes wäre unmöglich gewesen. Die Worte und Gedanken passten sich darum der Fähigkeit des Hörers an, damit der Verstand zunächst die Gottesidee in körperlicher Einkleidung erfasse. Der Einsichtige muss sich dann bemühen, die Hüllen der Worte und ihre Körperlichkeit von dem Gedanken abzulösen, bis er sich stufenweise zur Erkenntniss des wahren geistigen Gedankeninhaltes erhebt4). Die hebräische Sprache und alle prophetischen Bücher und die Worte der Frommen5) die Psalmen, aber auch die anderen in der Bibel verkommenden Hymnen und Gebete zu verstehen. S. auch unten Cap. YII, § 5 Ende. 1) Als Beispiele citirt B. das Targum zu Gen. 28, 13, ib. 6, 5, Kum. 12, 5, Gen. 35, 13. 2) B. citirt hier S.’s Emunoth; seinen Commentar zu Jezira, und seinen Pentateuch-Commentar zu den Wochenabschnitten בראשית und ואלא. S. oben S. 11 ff. 3) .ואשר נסכים עליו כלנו והמשכיל הנלבב ישתדל להפשיט קליפות המלות וגשמותם מעל הענין ף ויעלהו במחשבתו ממדרגה אל מדרגה עד שיגיע מאמתת הענין הנדרש אל מה שיש בכה יכלתו והשגתו. 5) לשון הקדש וכל ספרי הנביאים ודברי החסידים, s. oben s. 70, A. 7.