Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 77)
- Language
- German
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67 Baclija Ihn Patu da. Beweis für ihn, ist die seinem Propheten Moses gegebene Lehre, nebst den zur Befestigung des Glaubens an Gott und seinen Propheten geschehenen Wundern (s. Exod. 14, 31^ Deut. 4, 35 f.)1). Diese göttliche Wohlthat, durch welche Israel vor den übrigen Völkern ausgezeichnet wurde, bildet die Grundlage zum Glauben an die Verpflichtung, neben den mit allen Menschen gemeinsamen Vernunftgeboten auch die Olfenbarungsgebote zu beobachten, sowie die Wohlthaten, die Gott dem Menschen gewährt, den Glauben an die Yerpfliehtung begründen. Gott durch die Beobachtung der Yernunftgebote zu verehren. Die besondere Wohlthat bedingt die besondere Pflicht der Gottes Verehrung2). Die Thora theilt die Handlungen der Menschen in drei Theile in: gebotene, verbotene und erlaubte Handlungen. Die gebotenen Handlungen sind entweder bloss Pflichten des Herzens, im Glauben und Denken zu üben, wie das Bekennen der Einheit Gottes, das Vertrauen auf ihn, das Glauben an seine Propheten und seine Lehre u. s. w.; oder es sind Handlungen, in denen sich die äussere That (״durch die Glieder“) mit dem Glauben des Herzens verbindet, wie das laute Bekennen der Einheit Gottes, das Lesen und Lernen der Thora, das Gebet, das Beobachten der Feste u. s. w. Ebenso beziehen sich auch die Verbote entweder auf Glauben und Denken oder auf äusseres Thun. Bei den erlaubten Hand־־ lungen unterscheidet sich die Einhaltung des rechten Maasses ג) II, 5 g. Ende (40 b); vgl. dazu III, 3 g. Ende (46 b). An der erstem Stelle bemerkt Baclija: Wer in unserer Zeit etwas sehen will, was jenen Wundern gleich ist, der betrachte mit dem Auge der Wahrheit unseren Bestand zwischen den Nationen seit dem Beginne der Zerstreuung und die Ordnung unserer Zustände in ihrer Mitte, trotzdem wir mit ihnen weder äusserlieh, noch innerlich iibereinstimmen und trotzdem sie davon Kenntniss haben, nach der göttlichen Zusiehe־ rung in Lev. 26, 44, vgl. Esra 9, 9, Ps. 124. Also Israels Bestand in der Zerstreuung ein den Offenbarungswundern gleichzuachtendes Wunder! 2) III, 3 (46 b f.) Als Analogie erwähnt Bachja, dass die Priester, entsprechend den 24 ihnen im Gesetze zu Theil gewordenen Gaben, 24 besondere Gebote zu beobachten haben. Eine Aufzählung und Erläuterung der 24 Priestergaben (erwähnt Chullin 132 b) s. bei Tobija b. Eli es er zu Num. 3, 13. —lieber Israels Erwähltlieit und seine besonderen Pflichten s. auch YIII, 3 (104 a). 5*