Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
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64 . - Bach ja Ihn Pakuda. Bibelstudiums, wie es gerade zu seiner Zeit seinen Höhepunkt erreichte1); die folgenden drei Stufen geben ein Bild des Talmudstudiums, das auf der höchsten Stufe die Gefahr cler Einseitigkeit und der alle anderen und viel wichtigeren Interessen des religiösen Nachdenkens und Erkennens verdrängen den Ueberhebung in sich birgt2). Die neunte Stufe ist dasjenige Ideal eines jüdischen Theologen, wie Bachja es sich selbst als Ziel seiner Bestrebungen vorgesteckt haben mag und als dessen Verwirkliche!’ er die hochangesehenen Träger der Ueberlieferung, wie sie im Talmud niedergelegt ist, die Amoräer3), aber auch deren Nachfolger, die Gaonen nennt. Wahrscheinlich schwebte ihm dabei besonders das Bild des grössten Gaon, S a a d j a’s vor. Die zehnte Stufe hat bei Bachja selbst von vorneherein nur historische Bedeutung, inhaltlich unterscheidet sie kein neuer Zug von der neunten; zu ihr rechnet er die ältesten Träger der Ueberlieferung, die unmittelbaren Nachfolger der Propheten, die Tannaiten im weiteren Sinne des Wortes. Unter den dreissig Gegenständen der Selbstabr e c h 11 u 11 g, zu denen der Mensch verpflichtet ist, nennt Bachja als fünften das tiefere Studium der heiligen Schrift4). ״Wie konntest du, mein Bruder, dir erlauben, sie zu vernachlässigen und dich mit dem begnügen, was von ihrem Inhalte zunächst liegt und von ihrem Wortsinne unmittelbar klar ist“? Unter dem 24. Punkte dieser Unterweisung in der!) In der Einl. (7 b) tlieilt B. die zu seiner Zeit vorhandene exegetische Litteratur in zwei Gruppen: 1, Wort- und Sacherklärung, wie die von Saadja zu den meisten biblischen Büchern; 2, allseitige Erläuterung der Sprache, Grammatik und Wortbildung, genaue Bestimmung des Textes, wie die Schriften Ihn G a 11 ä c 11 s, der Massoreten und der ihnen Folgenden. 2) Ein drastisches Beispiel aus seiner eigenen Erfahrung über die Einseitigkeit und Nachdenken über religiöse Fragen scheuenden Stumpfsinnigkeit״eines Talmudgelehrten tlieilt Bachja in der Einleitung (10 a) mit. 3) In der Einleitung (11 a b) weist B. nach, dass die Weisen des Talmuds die Pflichten des Herzens in die erste Keihe der religiösen Verpflichtungen stellten. ף VIII, (108 a b).