Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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Evar bed., wie ihr Naine (חוה) anzeigt, die animalische, vitale Seele1); die Schlange bed. die begehrende (vegetative) Seele, wie auch der hebr. Name der Schlange (נחש, vgl. Gen. 44, 15) andeutet2). Der ״Baum der Erkenntnisse bed. das Yermögen der Fortpflanzung, dessen Kraft aus dem ״Garten“^ d. i. der sichtbaren Welt ist. Wenn gesagt ist (3, 14), die Schlange solle ״Staub essen“, so wird damit angedeutet, dass die vegetative Seele am Staube (der Materie) haftet . . . .3 4) Die ״Röcke aus Fell“ (3, 21) bed. offenbar den. Körper1). Die Vertreibung Adams aus dem Garten Eden, um die Erde zu bearbeiten (3, 23) deutet darauf hin, was der Endzweck des Menschen sei5). Der ״Baum des Lebens“ (3, 22), der und Ton in einer solchen Ordnung hervorzubringen, dass dadurch ein Begriff bezeichnet wird«, also die Bildung der Worte, der Sprache, die »Namengebung«. 1) והוד, במשמעה הרוה החיה. Nach Munk, s. 166, Anm. 1 muss hinzugefügt werden בעלת התניעה. Im Fons Yitae (Guttmann ib.) hesteht die Wirkung der vitalen Seele in der Wahrnehmung und Ortsbewegung. 2) והנחש המתאיה גם השם יוכיה שהוא ממרת בי נחש ינחש. Zur Etymologie vgl. den Supercomm. hei Steinschneider a, a. 0., S. 4S. Vielleicht ist das Begehren als dunkles, unbewusstes »Ahnen« aufgefasst. 3) והנה הצומח בעפר. Vgl. damit Fons Vitae hei Munk III, 29 (p. 55), Guttmann S. 156 (». . . während die vegetabilische Seele sich ... mit dem Wesen der Ivörper seihst verbindet, weil sie diesen an Grobheit gleich ist«. Der nun folgende Passus: חרע האשה ישיף הראש העולה וסוף החי ראש לצומה, jedenfalls eine Deutung von 3, 15 auf das gegenseitige Yerhältniss der vegetativen und animalen Seele, ist mir nicht verständlich. 4) וכתנות עור מפורש שהוא הגוף. Mit מפורש ist gemeint, dass von den »Kücken« ausdrücklich gesagt ist, mit ihnen habe Gott Adam und Eva bekleidet,־ sie bedeuten also deutlich die Ilülle der rationellen und animalen Seele, den menschlichen Körper. 5) וגורש מגן עדן ... ל זה כל האדם. Mit dieser lakonischen, aus Koh. 12, 13 genommenen Andeutung will Ihn Gabirol offenbar denselben Gedanken ausdrücken, mit dem er sein philosophisches״ Hauptwerk einleitet (Munk, S. 5 f., Guttmann, S. 66 ff.), der Endzweck des menschlichen Daseins bestehe in der Vereinigung der menschlichen Seele mit der oberen Welt; »Wissen und Thun befreien die Seele aus der Gefangenschaft der Natur und reinigen sie von ihrer Dunkelheit, so dass die Seele wieder zu ihrer oberen Welt zurückkehrt«. Also »Adam« soll streben zum »Eden« zurückzukehren, aus dem er vertrieben wurde.