Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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21. An die Widerlegung der jüdischen Gegner des Mes- Ge^eii siasglaubens knüpft Saadja die Beweise für diesen €11ristenthum ■Glauben1) und bemerkt zum Schlüsse, dass die und Islam. meisten dieser Beweise auch als Widerlegung des christlichen Glaubens betrachtet werden können, dass der Messias bereits gekommen, die .Heilsverkündigung der Propheten durch ihn erfüllt sei. Eine weitere, specielle Widerlegung der christlichen Ansicht über den Messias findet Saadja in der richtigen Erklärung einer von den Christen benützten Stelle des Buches Daniel (9, 24—27)2). Ein anderes Christliches Dogma, das der Trinität, bekämpft Saadja im Abschnitt über die Einheit Gottes3), wobei er namentlich die von den Christen für jenes pogma benützten biblischen Beweise zurückweist. Er führt fünf solcher Beweise an: 1. II. Sam. 23, 2, Gottes .״Geist“ und ״Wort“ (Logos). Aber רוח bedeutet etwas Erschaffenes, Gottes Offenbarung an die Propheten; eine Argumentation, wie die der Christen zu diesem Verse bezeuge ihre ״geringe Einsicht in die Sprache der Hebräer“. 2. Hiob 33, 4, Gottes ״Geist“ erschafft (vgl. Ps. 33, 6). Aber das bedeutet dem Sprachgebrauchs gemäss nur Gottes Willen und Absicht (vgl. Hiob 23, 13). In Ps. 33, 6 ist mit dem Ausdrucke ברוח פיו gesagt, dass die Schöpfung in einem einzigen Akte geschah, vgl. Jes. 48, 13. Dürfte man übrigens, wie die christliche Exegese es thut, Stellen, an denen Gottes ״Geist“ vorkömmt, dogmatisch verwerthen, dann müssten auf ähnliche Weisen auch jene Stellen angewendet werden, an denen Gottes Hand (Hiob 12, 9), Auge (Prov. 22, 12), Herrlichkeit (Jes. 58, 8), Zorn (Ps. 78, 31), Erbarmen (Ps. 119, 77) personificirt erscheinen. 3. Prov. 8, 22, auf den Logos bezogen, was schon in anderem Zusammenhänge widerlegt war4). 4. Gen. 1, 26, der Plural נעשה. Die daraus eine Mehrheit in Gott beweisen, wissen nicht, ״dass die Sprache der Israeliten dem Vornehmen gestattet, zu sagen: wir wollen machen, obgleich er nur Einer ist“. Beispiele für diese Ausdrucksweise sind Ifum. 22, 6, Dan. 2, 36, Richter 13, 15. 5. Gen. 18, 2,!) VIII, 249—252 (126—128), S. Güttin ann, S. 288 f. 2) VIII, 252—254 (228 f.). 3) II, 86—92 (45—48), s. Giittmann, S. 103—113. ±) S. I, 44 f (23 f.) Vgl. oben S. 15 f.