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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 50

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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…/3122061-3122080--2270-3123965
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karäische Grundprincip klingt1), während zu den meisten anderen Einwänden der Stoff ans den rabbinisehen Traditionsschriften geschöpft ist2). Die Widerlegung des ersten Einwandes giebt ihm Gelegenheit, seine bekannte Dreiheit der Quellen des religiösen Erkerinens aufzustellen; neben der 11. Schrift die ihr vorangehende Quelle der Yernunft und die ihr nachfolgende Quelle der Tradition3). ״Was die h. Schrift nicht enthält, findet man in den beiden anderen Quellen und so werden die Gebote quantitativ und qualitativ vervollständigt44. Die Antworten Saadja’s auf die übrigen aus Chiwwi’s Angriffen auf die 11. Schrift herausgehobenen Einwände sind interessante Specimina seiner Bibelexegese, welche aber hier einzeln anzuführen zu weit führen würde. Die letzten zwei Einwände bei Saadja: Israels Niedrigkeit und das Nichterwähntsein der kommenden Welt in der Bibel klingen zwar wie Beispiele muhammedanischer Polemik gegen das Judenthum4); doch zeigt der Zusammenhang, in dem sie Saadja anführt, deutlich genug, dass sie ebenfalls den freigeistigen Bibelkritiker aus Balch zum Erheber haben, der sich nicht scheute, seine Geschosse gegen die Bibel aus der Rüstkammer der auswärtigen Gegner des Judenthums zu holen5). — Saadja schrieb übri- 1) »Die Bibel enthält keine deutlichen Erläuterungen 'der Gebete«. Also während die Karäer die Bibel für genügend und traditionelle Erläuterungen für entbehrlich erklärten, weist Chiwwi auf die ungeniigende Deutlichkeit (;מבניד bei Landauer p. 140, Z. 17, muss zu מבינה corrigirt werden, liebr. מבוארים) der biblischen Gebote hin. Es ist dies gerade jener Punkt, an dem die rabbanitische Vertheidigung der Tradition anzusetzen pflegt. 2) Wie Guttmann auf sehr einleuchtende Weise, gezeigt hat, Monatsschrift, 1879, S. 260 ff., 289 fl‘. 3) Hier ist Tradition (קבלה, נקל) im engeren Sinne gemeint. Diese drei Quellen, Principien des religiösen Erkennens sind verschieden von den oben (S. 1) besprochenen drei Quellen des Wissens und Erkennens überhaupt, zu denen als vierte die Ueberlieferung im weiteren Sinne tritt. 4) Die Beantwortung des zweiten dieser Ein wände s. oben S. 34 f. 5) Eine Vermut hung Kauf man n’s über den Zusammenhang Ch’s. mit den parsischen Angriffen auf das Judenthum s. R. d. E. J. XXII, 287 f. Aus Saadja’s Vorwort zum הגלוי 'D wissen wir jetzt, dass Chiwwi’s Werk sechzig Jahre vor seiner Widerlegung durch Saadja veröffentlicht wurde, also um die Mitte des 9. Jhdt’s. S. Harkavy, Studien und Mittheilungen V, 177.

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