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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1892-01-01 · [15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892) · page 49

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[15.] für das Schlujahr 1891-1892 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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Der Gaon Saadja. 39. Schrift zu erklären, in denselben einen ibm anstössigen Inhalt zu finden glaubt1). 20. Eine ganze Reihe von exegetischen Einwänden gegen die Glaubwürdigkeit der heiligen Schrift, Ge°*en gewissennaassen eine Illustration zu der letzterwähnten exegetische Art des Unglaubens, erwähnt Saadja am Ende des Irrlehren, dritten' Abschnittes2) und widerlegt sie im Einzelnen. Diese Einwände bilden zusammengenommen das älteste, in mancher Beziehung einzige, aus dem mittelalterlichen Judenthum auf uns gekommene Beispiel einer freigeistigen, auf den Inhalt der biblischen Erzählungen und Gesetze sich beziehenden Kritik ~ wi.e sie seither erst in der rationalistischen Bibelkritik des achtzehnten Jahrhunderts wieder auftrat. "Wir kennen auch den ISTamen des Urhebers ׳dieser׳Angriffe gegen die Bibel: es war Chiwwi aus Balch, der zweihundert ähnlicher Angriffe zu einem Buche vereinigte, welches von Saadja selbst zugleich mit einem der in seinem Hauptwerke anonym eitirten Einwände nebst dessen Widerlegung in einem früher verfassten polemischen Werke erwähnt wird3 4). Der karäische Zeitgenosse und Gegner Saadja’s, Salmon b. Jerucham, gedenkt ebenfalls mit grosser Entrüstung der Einwände Chiwwi’s, darunter gerade solcher, die in Saadja’s Hauptwerk Vorkommen, wobei er auch andere Autoren ähnlicher bibel- und offenbarungsfeindlicher Schriften mit Kamen erwähnt1). Chiwwi’s, wie es scheint, auch von Frivolität nicht freie Bibelkritik musste Rabbaniten und Ivaräern gleicherweise ein Dorn im Auge sein; und es ist bezeichnend genug, dass von den bei Saadja gebrachten zwölf Einwänden gegen die Bibel der erste wie eine Ironie auf das *) ,״אנד, פפר פואסיק מן אלמקרא פראי פיהא מא אנכרד Ibn T. übersetzt פסר mit גפכי) השב. 2) in. 140—145 (72—74). 3) Bei Jeliuda b. Barsilai in der Einleitung* zu seinem Jez.־ Comm. (p. 20 f.), wo die Chiwwi betreffende Stelle noch zum Citate aus Saadja gehört, nicht aber, wie Guttmann (Monatsschrift, 1879, S. 264) annimmt, Jehuda b. Barsilai. Auch die Zeitgenossen J. b. B.’s, Moses Ibn Esra und Abraham b. Chi ja, citiren die Streitschrift Saadja's. s. G1*ätz, Gesch. d. Juden V, 582 f. * 4) Pinsker, Likkute Kadrnon. p. 27 f. (Text).

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